„Pfandler Haus“ ist endgültig Geschichte

600 Jahre altes Haus in Oberndorf musste wegen Baufälligkeit weichen. Als Nächstes folgen Kanalsanierung und Straßenverbreiterung.

Erstellt am 11. November 2021 | 07:50
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2020 hat die Marktgemeinde Oberndorf das „Pfandler Haus“ erworben und es nun abgerissen. Auf dem nun freien Platz sind Parkflächen und die Vergrößerung des Kirchenplatzes geplant.
Foto: Gerhard Rötzer

Insgesamt 14 Besitzer hat das „Pfandler Haus“ in Oberndorf in seiner langen Geschichte gesehen. Der letzte, die Gemeinde Oberndorf, hat das seit Langem leer stehende Gebäude, das nach einem Brand wegen seiner baufälligen Sub stanz nicht mehr zu retten war, abreißen lassen.

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Seit rund 600 Jahren gab es das „Häusl bei der Kirche“. Laut dem Oberndorfer Häuserbuch hatte es insgesamt 14 verschiedene Besitzer. 1916 erbte Johann Pfandler das Haus. Seine zweite Frau Maria betrieb dort ab 1948 eine Gemischtwarenhandlung.
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In den Wochen vor dem Abbruch wurde das Haus komplett ausgeräumt, dann folgte der Abbau von Dach und Dachstuhl sowie der Ausbau der Fenster. Der Abriss schafft für die Gemeinde dringend nötigen Platz. Das bestätigt auch Bürgermeister Walter Seiberl: „Durch den Abriss ist eine gefährliche Engstelle im Ort weggefallen, die besonders für Schulkinder ein Verkehrsrisiko dargestellt hat. Wir können durch eine Verbreiterung der Straße mit Gehsteigen auf beiden Seiten endlich die Verkehrssicherheit erhöhen.“ Durch die Abtragung sei es auch möglich, einige Parkflächen anzulegen und den Kirchenplatz neu zu gestalten.

„Durch den Abriss ist eine gefährliche Engstelle im Ort weggefallen, die besonders für Schulkinder ein Verkehrsrisiko dargestellt hat"

Als erster Schritt müsse jedoch die Sanierung des Kanals in Angriff genommen werden. „Besonders beim letzten Hochwasser hat es uns gezeigt, dass die Entwässerung durch den bestehenden Kanal unzureichend ist. Der Kanal ist bei Starkregenereignissen zu schwach, um das Abwasser aus dem ‚Kuchlgraben‘ abzuleiten.“ Regelmäßig sei es daher zu Überschwemmungen im Unteren Markt gekommen. „Durch die Abtragung des Pfandler-Hauses bekommen wir gleichzeitig die Verkehrs- und die Kanal-Situation in den Griff“, fasst der Ortschef das Projekt zufrieden zusammen.

Geplant ist auch eine Neugestaltung des Kirchenplatzes. „Hier wird es Gespräche mit der Pfarre geben“, erklärt Bürgermeister Seiberl.