Bezirk Scheibbs: 2021 kommt Ampel für Müll. Ab 2021 werden stichprobenartig Mülltonnen kontrolliert. Müllsünder erhalten Verwarnung.

Von Karin Katona. Erstellt am 02. Dezember 2020 (04:05)
Lukas Holzer vom GVU Bezirk Scheibbs: „Störstoffe aus dem Bioabfall zu holen, ist beim Recycling extrem aufwändig und kostspielig.“
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Es gibt schönere Beschäftigungen als die, in der eigenen Mülltonne herumwühlen zu müssen. Gerade das steht jedoch jenen bevor, die sich bei den stichprobenartigen Kontrollen der Biotonnen und Restmülltonnen, die der GVU ab 2021 durchführen wird, als Müllsünder herausstellen. Laut Ampelsystem bedeutet ein oranger Anhänger an der Tonne eine Verwarnung, ein roter: Aussortieren, oder die Tonne wird nicht geleert.

„Laut NÖ Abfallwirtschaftsgesetz sind alle Bürger zur Mülltrennung verpflichtet“, sagt Lukas Holzer vom Gemeindeverband für Umweltschutz Bezirk Scheibbs. „Bioabfall ist der wertvollste Abfall, denn er kommt als Kompost wieder den Böden in der Region zugute“, weiß Holzer. Immer noch finden sich aber im Biomüll zu viele Störstoffe, vor allem Plastiksackerl.

Das Bio-Kreislauf-Sackerl, das mittlerweile in allen Supermärkten im Bezirk die gängigen Plastiksackerl in der Obst- und Gemüseabteilung ersetzt hat, soll dabei helfen, Bioabfall richtig zu entsorgen. „Viele Leute haben gedankenlos das Sackerl, in dem sie das Gemüse gekauft haben, mit den Resten entsorgt. Oder werfen verdorbenes, in Plastik verpacktes Obst und Gemüse mit der Verpackung weg.“

Plastik aus dem Bioabfall auszusortieren, sei extrem kostspielig und aufwändig. Wie schnell das Verbot von Plastiksackerln und Plastikeinwegartikeln, das am 1. Jänner 2021 in Kraft tritt, greifen werde, werde man erst Ende 2021 sagen können. „Wir versuchen, Bewusstseinsbildung zu betreiben, indem wir Alternativen anbieten“, sagt Lukas Holzer. „Das Bio-Kreislaufsackerl, das übrigens auch direkt beim GVU erhältlich ist, ist biologisch abbaubar und darf auch auf den Kompost oder in die Biotonne.“

Auch für Wegwerfgeschirr hat der GVU eine umweltschonende Alternative. Unter dem Motto „Sauberhafte Feste“ gibt es Becher, Besteck und Spüler zum Ausborgen – maßgeschneidert für jedes Fest auch in kleineren Mengen.