Aus für Christkindl-Haus

Altes Haus in der Mariazellerstraße fiel dem Bagger zum Opfer. Das Christkind, das in der Vorweihnachtszeit dort „residiert“ hatte, ist schon vor Jahren in den Markt umgezogen.

Erstellt am 05. April 2018 | 04:00
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Das liebevoll bemalte Christkindlhaus stand seit mehr als zehn Jahren leer.
Foto: Katona

„Mein Vaterhaus“ stand über der Tür des Hauses Mariazellerstraße 36 in Purgstall. Auffällig an dem alten Bauernhäuschen waren die verblassten Heiligenbilder und Sprüche in Lüftlmalerei. Seit Kurzem ist das bunt bemalte kleine Haus, das der Firma Busatis gehörte, nun Geschichte – es fiel den Abrissmaschinen zum Opfer.

Für Kinder und Eltern war das kleine, alte Haus in der Mariazellerstraße neben der Einfahrt zum Werksgelände der Firma Busatis jahrzehntelang in der Vorweihnachtszeit eine Pilgerstätte gewesen. Die Gemeinde hatte das Haus zum „Christkindlhaus“ gemacht und mit einer Hütte mit Christkindl- und Tierfiguren samt Briefkasten für Briefe an das Christkind für weihnachtliches Flair gesorgt.

Gemeinde siedelte das Christkind um

Nachdem vor mehr als zehn Jahren die letzten Bewohner aus dem Haus ausgezogen waren, siedelte die Gemeinde auch das Christkindl um. Dieses residiert – inklusive Briefkasten – nun schon seit einigen Jahren in der Feichsenallee im Ortszentrum.

Das Christkindl-Haus blieb verwaist. Neu zu vermieten, sagt Busatis-Geschäftsführer Christoph Jordan, sei das Christkindl-Haus nicht mehr gewesen: „Der Lärm von den dahinter liegenden Werkshallen ist zu groß, das kann man niemandem zumuten.“

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Lüftlmalerei: ein Bild der Heiligen Anna.
Foto: Wiesenhofer

Dazu kam der äußerst schlechte Bauzustand des nur 80 Quadratmeter großen Häuschens. „Das Haus war bis unter die Decke feucht. Wir haben trotzdem nicht leichtfertig gehandelt und lange darüber nachgedacht, es zu erhalten und sogar einen Kostenvoranschlag für eine Sanierung eingeholt. Das hätte uns allerdings mehrere Hunderttausend Euro gekostet“, berichtet Jordan.

Für das ehemalige Christkindl-Haus bedeutete das schließlich den Abbruch. Eine unpopuläre Entscheidung, wie Christoph Jordan bewusst ist. Im Besitz der Firma Busatis, gibt der Geschäftsführer zu bedenken, seien jedoch noch viele weitere ältere Immobilien, die es ebenfalls zu erhalten gelte. Das Christkindl-Haus sei leider nicht mehr zu retten gewesen, „auch, wenn viele vielleicht jetzt darüber ein wenig traurig sein mögen.“

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Aufmarsch der Bagger: Abschied vom Christkindlhaus.
Foto: Katona