Lackenhof: 2022 kein Snowboard-Weltcup am Ötscher

Ex-ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel sprach Machtwort. Im Land und in der Region ist die Enttäuschung darüber groß.

Erstellt am 14. Juli 2021 | 05:59
Michaela Dorfmeister, Andreas Buder
2018 waren Dorfmeister und Buder noch happy über die gelungenen Snowboard-Weltcuprennen.
Foto: CE

Eigentlich hätten im Jänner 2022 wieder die Snowboard-Asse rund um Benjamin Karl und Julia Dujmovits die Distelpiste am Ötscher runtercarven sollen. Der NÖ Skiverband hatte sich erneut um die Austragung des Weltcuprennens im Zwei-Jahres-Rhythmus beworben. 2018 war der Snowboard-Weltcup-Tross erstmals zu Gast am Ötscher. Fahrer, Fans und Verantwortliche zeigten sich begeistert. Die Medienpräsenz war groß.

2020 kämpften Ötscherlift-Geschäftsführer Andreas Buder und die damalige OK-Chefin und NÖSV-Vizepräsidentin Michaela Dorfmeister um das Rennen. Doch der Wettergott hatte kein Einsehen. Der Schnee kam zu spät. Trotz Terminverschiebung und intensiver Bemühungen war es unmöglich, eine weltcuptaugliche Piste auf die Beine zu stellen.

Umso mehr hoffte man, 2022 den Snowboard-Weltcup wieder in der Region begrüßen zu dürfen. Doch der langjährige ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel begrub die Hoffnungen vergangenen Freitag mit einem Machtwort: Der Weltcup am Ötscher wird gestrichen.

„Wir werden den für Jänner 2022 geplanten Snowboard Weltcup nicht durchführen.“ Andreas Buder, Geschäftsführer  Ötscherlifte

Andreas Buder, Geschäftsführer der Ötscherlifte, bestätigte die bittere Nachricht für die Region offiziell: „Wir werden den für Jänner 2022 geplanten Snowboard Weltcup nicht durchführen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Die werden von uns gegenwärtig nicht kommentiert“, vermeldete Buder nach Rücksprache mit Peter Schröcksnadel. Die Schröcks nadel Gruppe hält mit 60 Prozent die Mehrheit bei den Ötscherliften, 40 Prozent hält das Land NÖ über die „Ecoplus Alpin“ (vorher NÖ Bergbahnen GmbH).

„Ich hoffe, der Entscheidung liegt ein sachliches Abwägen zugrunde.“ 
Markus Redl, Ecoplus Alpin-Geschäftsführer

Dort sieht man die Absage, über die man nur informiert worden sei (Gesellschafterbeschluss gab es keinen), mit gemischten Gefühlen: „Ich hoffe, der Entscheidung liegt ein sachliches Abwägen zugrunde. Wir sind dem Unternehmen, dem Standort und der Region verpflichtet“, sagt Ecoplus Alpin-Geschäftsführer Markus Redl.

Andererseits verstehe er aber das Dilemma, in dem die Ötscherlifte wegen der Beschneiungssituation stecken. Hier müsse man abwägen: Publikumsskilauf oder Weltcup, sprich Priorität der Beschneiung bei den Familienpisten am Kleinen Ötscher oder bei der Distelpiste.

„Es wäre sicher wieder eine tolle Veranstaltung für den Sport geworden. Land und Verband wären voll hinter den Weltcuprennen gestanden.“ Michaela Dorfmeister

Groß ist die Enttäuschung auch beim NÖ Skiverband. „Es wäre sicher wieder eine tolle Veranstaltung für den Sport geworden. Land und Verband wären voll hinter den Weltcuprennen gestanden. Schade, dass es nun diese Absage seitens des Liftbetreibers gibt“, erklärte Vizepräsidentin Michaela Dorfmeister gegenüber der NÖN und wollte mögliche nähere Hintergründe nicht kommentieren.

NÖ-Landesskipräsident Wolfgang Labenbacher hatte im Mai rund um das Tauziehen bei der Nachfolge von Peter Schröcks nadel als ÖSV-Präsidenten ja Karl Schmidhofer als Kompromisskandidaten ins Spiel gebracht und damit Schröcksnadels Favoritin Renate Götschl endgültig aus dem Spiel genommen. Der Entzug der Weltcuprennen, die jetzt voraussichtlich nach Kärnten (Simonshöhe) gehen, könnte jetzt die Retourkutsche für die Niederösterreicher sein, vermuten viele.

„Die Region und vor allem unser Tourismusort Lackenhof sind die großen Verlierer. “
Renate Rakwetz, Bürgermeisterin Gaming

Eine, die das offen anspricht, ist Gamings Bürgermeisterin Renate Rakwetz (SPÖ): „Das Ganze ist ein Kindergarten. Die Region und vor allem unser Tourismusort Lackenhof sind die großen Verlierer. Ich habe von der Entscheidung im Urlaub aus den Medien erfahren. Das ist nicht der Umgang, den ich mir als Gemeinde und Partner, der um jede Veranstaltung und Chance einer Belebung von Lackenhof kämpft, erwarte“, ist Rakwetz verärgert.