Bezirk Scheibbs: Kultur leidet unter zu großer Vorsicht. Veranstalter präsentieren vorbildliches Sicherheitskonzept. Dennoch bleiben viele zuhause.

Von Anna Faltner. Erstellt am 30. September 2020 (05:27)
In Reinsberg setzt man im Musium auf das Corona-Präventionskonzept und die moderne Lüftungsanlage. Alle geplanten Veranstaltungen sollen programmgemäß stattfinden. „Bislang hatten wir noch keine Stornierungen von Karten, aber falls es eine Maskenpflicht auch während der Vorstellung gibt, fürchte ich schon, dass einige ihre Tickets zurückgeben werden“, sagt Covid-19-Beauftragter Vizebürgermeister Christian Vogelauer.
Eplinger

Wer zurzeit Kultur erleben möchte, muss sich wohl oder übel mit Mund-Nasenschutz, Desinfektionsmittel und zugewiesenen Sitzplätzen anfreunden. Für die Veranstalter ist die (oft kurzfristige) Veränderung der Maßnahmen nicht gerade einfach. Dann steht zwar das Konzept, aber der Besucher traut sich nicht hin.

„Wenn man Unsicherheit streut, dann werden die Leute auch unsicher.“Herbert Aigner

„Für 20 Leute ein Konzert zu organisieren, macht keinen Sinn“, sagt Herbert Aigner enttäuscht. Eigentlich hätte am Samstag die Band „Isoulate“ beim Ballonwirt gespielt. Zum dritten Mal erfolgte die Konzertabsage „Corona-bedingt“.

Nachdem die Regierung in der Vorwoche die neuen Maßnahmen bekannt gab, bekam Aigner gleich die ersten Stornierungen serviert. „Wenn man Unsicherheit streut, dann werden die Leute auch unsicher“, sagt er. Der Entschluss zur Absage erfolgte in Abstimmung mit den Künstlern. Das Kartenkontingent hätte aufgrund der Sicherheitsvorkehrungen ohnehin nur bis zu 70 Besucher zugelassen.

Alle Events hat Aigner aber noch nicht abgeschrieben. „Ein Abend zu dritt“ mit Ulli Baer, Matthias Kempf und Andy Baum steht für Freitag, 9. Oktober, am Plan. Im November zeigt das Stadttheater Wieselburg das Stück „Der Vorname“ im Kulturhof, zwei Kabaretts mit Fredi Jirkal und Angelika Niedetzky sind geplant sowie das Weihnachtsprogramm von Walter Kammerhofer im Dezember. „Wir bemühen uns wirklich, dass sich die Leute sicher fühlen. Ob sie kommen, liegt an ihnen.“

Vom Eingang bis zum Platz mit Mundschutz

Über 100 Konzertbesucher konnte sich am Wochenende der Kulturverein „Viva la Musica“ in Steinakirchen freuen. Zwar sind es normalerweise mehr, der Verein war aber froh, dass die erlaubten 100 Gäste (auf ihren Sitzplätzen) große Freude am Konzert von Ron Glaser hatten.

„Wir haben auch Absagen bekommen, weil sich manche Leute nicht wohlfühlen“, erzählt Vereinsmitglied Doris Kochberger. Ohne Grund. Denn die Gäste werden registriert, bekommen gleich am Eingang Desinfektionsmittel in die Hände gesprüht und tragen die Maske bis zu ihrem Sitzplatz.

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