Acht Stunden verhandelt. Am Mittwoch ging im Rathaus ein achtstündiger Verhandlungsmarathon für das Hotel am Volksfestplatz zwei in Wieselburg über die Bühne. Antragsteller sind zuversichtlich.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 16. Juni 2014 (12:40)

Um 9 Uhr begann am Mittwoch im großen Sitzungssaal des Rathauses Wieselburg die Marathonverhandlung für das geplante Hotelprojekt am Volksfestplatz zwei.

„Wir konnten noch nicht alles abschließen"

Acht Stunden später verließ ein Großteil der 38 Verhandlungsteilnehmer wieder das Rathaus. In der Runde mit dabei neben der Wieselburger Hotelerrichtungs GmbH (vertreten von den beiden Geschäftsführern Messedirektor Werner Roher und Raiffeisenbank-Direktor Leopold Grubhofer), auch Vertreter der Gemeinde, Bezirksbehörde, zahlreiche Sachverständige sowie einige Anrainer –  darunter Hotel-Kritiker Wolfgang Binder samt Am-stettner Anwalt Wolfgang Schimek, einem Baumeister und einem eigenen Sachverständigen.

Gleich vier Verfahren wurden an diesem Tag zusammengefasst: die Gewerbe-, Bau- und Wasserrechtsverhandlung für das Hotel – alle drei unter dem Vorsitz von Bezirkshauptmann-Stellvertreter Thomas Krenhuber – sowie die Bauverhandlung für die Umgestaltung des Volksfestplatzes zwei. Bei dieser hatte Vizebürgermeisterin Irene Weiß in Abwesenheit von Bürgermeister Günther Leichtfried (Urlaub) den Vorsitz.

„Wir konnten vieles behandeln, aber noch nicht alles abschließen. Der Konsenswerber muss noch einige Ergänzung nachbringen“, erklärt Thomas Krenhuber auf Nachfrage der NÖN.

Hochwasserschutz-Konzept geht vor

Die im Vorfeld der Verhandlung immer wieder auch geäußerten Befürchtungen bezüglich des Hochwasserschutzes konnte er aber entkräften. „Die Umgestaltung des Platzes, die damit verbundene Aufschüttung des vorderen Bereiches hin zur Erlauf und die Errichtung des Hotels stellen in keinster Weise eine Verschlechterung sondern sogar eine geringfügige Verbesserung dar“, betont Krenhuber.

Das bestätigt auch Vizebürgermeisterin Irene Weiß, die sich ansonsten sehr bedeckt hält: „Wir ziehen hier einen Teil des für unsere Stadt ausgearbeiteten Hochwasserschutz-Konzepts vor.“ So wird eine an das 100-jährige Hochwasser angepasste und an der höchsten Stelle rund 1,20 Meter hohe Hochwasserschutzwand im zur Eisenbahnbrücke hin gehenden Bereich errichtet, die in die Grundfesten des Hotels mündet. Auch punkto fehlender öffentlicher Parkplätze – das Hotel beansprucht 24 für sich – gibt Weiß Entwarnung. „Es bleiben mit Sicherheit genügend Parkplätze für die Allgemeinheit über“, stellt Weiß gegenüber der NÖN fest.

„Das ist ein laufendes Verfahren, das wir nicht kommentieren"

Keinen Kommentar gibt es vorerst auch von Wolfgang Binder beziehungsweise von seinem Anwalt Wolfgang Schimek. „Das ist ein laufendes Verfahren, das wir derzeit nicht kommentieren. Wir warten den Ausgang ab und überlegen dann mögliche weitere Schritte“, erklärt Schimek der NÖN. Die geäußerten Bedenken bezüglich des Kaufvertrages aus dem Jahr 1910 und dem Weiterverkauf der Gemeinde an die Messe um symbolische 10 Euro müsse Binder ohnehin am zivilrechtlichen Weg geltend machen.

Wolfgang Binder hatte dieses Mal nur in der Bauverhandlung bezüglich der Platzgestaltung Parteienstellung. Beim Hotelprojekt selbst haben die Betreiber Binder mit einem Schachzug „ausgetrickst“. Denn das Hotel steht rund 14,5 Meter von Binders Grundgrenze entfernt. Erst unter 14 Metern hätte Binder Parteienstellung gehabt.

„Wir sind zuversichtlich, dass sich der Zeitplan einhalten lässt"

Hauptangriffspunkt von Wolfgang Binder in der Verhandlung war daher die geplante Lärmschutzwand, die zwischen der Anlieferungsstraße des Hotels und der Eisenbahn errichtet werden soll. „Die wurde aufgrund der Vorgespräche mit der Gewerbebehörde eingeplant“, wie Werner Roher erklärt.

„Wir werden alles tun, was die Behörden von uns verlangen und wir sind zuversichtlich, dass sich der vorgesehene Zeitplan einhalten lässt. Sollte es wider Erwarten zu Verzögerungen kommen, ändert das nichts am Zustandekommen und an der Zusammenarbeit mit Ipp-Hotels“, sagt Roher, wobei man natürlich gerne den Werbeeffekt der Landesausstellung 2015 nützen würde. Insgesamt ist er jedoch zuversichtlich, dass das Hotel in Wieselburg bald Realität sein wird.

Das Hotelprojekt

„Wir werden alles tun, was die Behörden von uns verlangen.“
Werner Roher, Geschäftsführer der Hotel Errichtungs GmbH

Errichter: Wieselburger Hotelerrichtungs GmbH (Geschäftsführer Werner Roher und Leopold Grubhofer).

Betreiber: IPP-Hotels. Die Hotelkette betreibt derzeit vier Hotels in Österreich (Wien, Retz, Krems und Zwettl). www.ipp-hotels.at

Das Hotel: Ist angesiedelt im derzeit erhöhten Bereich des Volksfestplatzes zwei. Insgesamt sind 72 Zimmer (rund 140 Betten), samt Terrasse, Frühstücksraum, Barbereich und einem Tourismus Service Center vorgesehen.