Mostbrunnen ohne Most. Müll und ein Minus in der Kasse – Familie Fried aus Oberndorf hat genug und „schließt“ den Mostbrunnen, den die LJ Oberndorf 2019 beim Projektmarathon errichtet hat.

Von Anita Schwaiger. Erstellt am 05. August 2020 (04:49)
Verärgert über das Verhalten der Mostbrunnen-Besucher sind (von links) Emanuel und Michaela Fried sowie die Landjugendleiter Gregor Gerstl und Julia Punz.
 
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Flaschen im Getreidefeld und nicht in den dafür vorgesehenen Leergutbehältern, Drift-Aktionen von Autos trotz Fahrverbotstafeln und zu guter Letzt noch fehlende Geldbeträge in der Kasse – Familie Fried aus Oberndorf hat genug.

2019 errichtete die Landjugend im Zuge des Projektmarathons auf der Anhöhe zwischen Ofenbach und Scheibenbach beim sogenannten „Fried Kreuz“ einen Mostbrunnen, den seit September Michaela und Emanuel Fried befüllen. Die Moste, Cider, und Säfte dafür beziehen sie vom Mostheurigen Familie Wurzenberger aus Oberndorf.

„99 Prozent der Besucher halten sich auch an die Regeln, nur dieses eine Prozent macht es zunichte“.“Michaela Fried stellt die Getränkezufuhr ein

Bereits seit längerer Zeit habe es vermehrt Vorfälle dieser Art gegeben. „Schon im April haben wir darauf hingewiesen, dass es immer wieder Differenzen zwischen den entnommenen Getränken und dem Geldbetrag in der Kasse gibt“, schildert Michaela Fried. Wirkung haben die kommunikativen Maßnahmen jedoch nur kurz gezeigt. Nun zieht Familie Fried die Notbremse und stellt die Getränkezufuhr des Mostbrunnens ein. Denn neben dem nicht ordnungsgerecht entsorgten Müll fehlen auch in etwa 30 Euro pro Woche in der Kasse. Der Preis pro Getränk beträgt zwei Euro.

Sogar im Getreidefeld findet Emanuel Fried die leeren Glasflaschen.
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„Es ist ein sehr schöner Platz, ein Spitzenprojekt der Landjugend und es wird von der Bevölkerung extrem gut angenommen. 99 Prozent der Besucher halten sich auch an die Regeln, nur dieses eine Prozent macht es zunichte“, ergänzt Fried.

Über diese „schwarzen Schafe“ ist auch die Landjugend verärgert: „Wir haben uns echt bemüht beim Projektmarathon. Das Projekt wurde schlussendlich auch mit Gold prämiert. Es ist schon schade, dass es nicht von allen diese Wertschätzung bekommt“, meint Gregor Gerstl, Leiter der Landjugend Oberndorf. Wie es nun mit dem Mostbrunnen weitergeht, ist noch offen. Lösungsansätze gibt es noch keine, doch eines ist klar: Vorerst werden keine Getränke im Mostbrunnen als Durstlöscher vorzufinden sein.