Flugzeugabsturz: Wieselburger Arzt unter den Toten. Wieselburger Assistenzarzt verunglückte während Urlaubsreise in Äthiopien.

Von Christian Eplinger. Update am 11. März 2019 (12:57)
APA (AFP)
Rettungsteams an der Absturzstelle

Ein Flugzeug, dass von Addis Abeba nach Nairobi fliegen sollte, stürzte kurz nach dem Start am Sonntagmorgen ab. Alle 157 Insassen – 149 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder – kamen dabei ums Leben. Eingeschlossen dreier junger Ärzte aus oberösterreichischen Kliniken.

Einer von ihnen stammt laut Peter Guschelbauer, Sprecher des Außenministeriums, aus Wieselburg. Der 31-jährigen Assistenzarzt war im Landeskrankenhaus Steyr auf der Abteilung für Innere Medizin tätig, ist in Wieselburg aufgewachsen, lebte mittlerweile aber mit seiner Freundin in Steyr.

Die weiteren Jungmediziner – alle drei waren laut Angaben des Außenministeriums Jahrgang 1987 und 1988 – kamen aus Wien und Oberösterreich. Einer von ihnen war beim Ordensklinikum der Barmherzigen Schwestern in Linz beschäftigt. Gemeinsam wollten sie über Nairobi nach Sansibar reisen. Soweit kamen die drei jungen Ärzte leider nicht.
Die Unglücksursache stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest.

Laut APA hatte der erfahrene Pilot kurz nach dem Start von Flug ET302, der von der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba nach Nairobi gehen sollte, „Probleme“ gemeldet und um Erlaubnis zur Rückkehr nach Addis Abeba gebeten. Dafür bekam er grünes Licht. Dann riss der Kontakt ab. Beim Start hatte gutes Wetter geherrscht.

Der Schock und die Trauer nach dem Unglück sind groß. Auch Bundespräsident Alexander van der Bellen und Bundeskanzler Sebastian Kurz sprachen den Familien Beileidskundgebungen aus.

Trauer im Krankenhaus Steyr

Tiefe Trauer herrschte auch im Landeskrankenhaus Steyr in Oberösterreich, in dem der 31-Jährige gearbeitet hat. Das Spital wurde am Vormittag schwarz beflaggt.

"Die Betroffenheit in der Abteilung und im Haus ist groß. Der Kollege war erst seit kurzem bei uns tätig, war aber aufgrund seiner menschlichen Qualitäten schnell in das Team integriert und wurde im Haus und an der Abteilung sehr geschätzt", so der ärztliche Direktor Michael Hubich in einer Presseaussendung. Jeder Kollege, der Unterstützung benötige, könne die Hilfe eines Kriseninterventionsteams in Anspruch nehmen, betonte er.

Auch die für Gesundheit zuständige Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) sprach den Angehörigen und Hinterbliebenen des 31-Jährigen sowie "auch den Angehörigen und Freunden der weiteren oberösterreichischen Opfer mein tief empfundenes Beileid" aus.