Bezirk Scheibbs weiter trauriger Spitzenreiter. VCÖ-Anlayse: 11,4 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden im Bezirk sind Alko-Unfälle. Trotz Rückgang: Top-Wert in Nieder- und Österreich!

Von Christian Eplinger. Update am 12. Dezember 2017 (08:58)
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Symbolbild

Kein gutes Zeugnis stellt die jüngste VCÖ-Analyse den Autofahrern im Scheibbser Bezirk aus. Bei den Alko-Unfällen mit Personenschaden gibt es ein starkes Land-Stadt-Gefälle.

Während in Wels, Graz und Wien der Anteil der Alko-Unfälle bei rund 3,5 Prozent liegt, ist der Anteil im Bezirk Scheibbs mit 11,4 Prozent mehr als dreimal so hoch – es ist dies der höchste Anteil an Alko-Unfällen bundesweit. Dahinter folgen der Bezirk Südoststeiermark (10,6 %) sowie die Bezirke Jennersdorf und Hermagor (jeweils 10,3 %) und Lienz (10,1 %). Vor einem Jahr lag der Scheibbser Bezirk mit 11 Prozent noch hinter Hermagor auf Rang zwei.

"Mehr Nachtbusse und Anrufsammeltaxis“

Im Zeitraum 2013 bis erstes Halbjahr 2017 waren österreichweit sechs Prozent der Verkehrsunfälle Alko-Unfälle. Bei 10.280 Alko-Unfällen wurden 13.220 Personen verletzt, 131 Menschen kamen ums Leben.

„In dünner besiedelten Regionen fehlt es an öffentlichen Verkehrsangeboten, besonders am Abend und in der Nacht. Hier braucht es mehr Nachtbusse und Anrufsammeltaxis“, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest. Damit die Gemeinden diese Angebote finanzieren können, soll ein Teil der Einnahmen aus den Verkehrsstrafen dafür zweckgewidmet werden, fordert der VCÖ.

In den geringeren Angeboten des öffentlichen Verkehrs am Land sieht auch Bezirkshauptmann Johann Seper einen Mitgrund für diese Statistikzahlen. Außerdem müsse man in erster Linie die Anzahl der jährlichen Alko-Lenker je Bezirk vergleichen. Denn „bei uns im Bezirk werden sicher nicht weniger Alko-Kontrollen vorgenommen als anderswo. Außerdem legen wir als Behörde immer wieder Alkohol- und Drogenkontrollen am Steuer als Schwerpunktaktionen fest“, betont Seper.

Bislang über 5.368 Alkotests in diesem Jahr

Dies bestätigt gegenüber der NÖN auch Bezirkspolizeikommandant-Stellvertreter Leopold Pitzl. Alleine im heurigen Jahr haben die Polizeibeamten im Bezirk bis 6. Dezember bereits 4.848 Alkovortests und 520 Alkomattests durchgeführt. Dabei gab es 37 Anzeigen wegen dem Führerscheingesetz (zwischen 0,5 und 0,79 Promille) und 98 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung (ab 0,8 Promille).

„Wir verzeichneten im heurigen Jahr bislang erst zwölf Alko-Unfälle bei insgesamt 139 Verkehrsunfällen mit Personenschaden. Das wären 8,6 Prozent. Somit ist eine rückläufige Tendenz feststellbar. Vor allem im zweiten Halbjahr hatten wir bis jetzt erst fünf Alko-Unfälle“, erklärt Pitzl.

Wenige Unfälle in Adventzeit

Die relativ hohen Prozentsätze der Alko-Unfälle in den Jahren 2015 (14,5 Prozent) und 2016 (12,4 Prozent) wirken sich in der VCÖ-Analyse immer noch nachhaltig negativ aus. „Wir tun unser Bestes und setzten immer wieder gezielte Schwerpunktaktionen, auch um das Bewusstsein der Autofahrer zu stärken. Alkohol am Steuer ist kein Kavaliersdelikt. Aber es gibt bei uns im Bezirk auch keine bestimmten Zeiten, in denen Unfälle mit Alko-Lenkern passieren. Der jüngste Unfall mit Personenschaden, an dem ein alkoholbeeinträchtigter Lenker Schuld war, geschah an einem frühen Freitagnachmittag. Wir können noch so viele Kontrollen machen, lückenlos werden wird das Problem nie in den Griff bekommen“, weiß Pitzl.

Ein Phänomen zeigt sich im Bezirk aber alle Jahre gerade in der Adventzeit. Hier sind die Autofahrer scheinbar am vorsichtigsten unterwegs. Da passieren die wenigsten Unfälle. Auch die starke Präsenz der Exekutive rund um die diversen Adventmärkte oder Weihnachtsfeiern macht sich hier bezahlt.

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