Alle Veranstaltungen im Bezirk Scheibbs abgesagt

Bei der jüngsten Bürgermeister-Videokonferenz am Mittwoch fasste die Runde einen weitgreifenden einstimmigen Beschluss: Alle Veranstaltungen, die im Einflussbereich der Gemeinden liegen, werden vorerst abgesagt. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Covid-19-Zahlen im Bezirk Scheibbs wieder zu senken.

Erstellt am 18. November 2021 | 06:41
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Abgesagt oder verschoben. Bis auf weiteres gilt dies für alle Veranstaltungen im Bezirk Scheibbs. So auch für die für diesen Freitag geplante Jubiläumsveranstaltung Lange Nacht von KulturERleben Wieselburg.
Foto: Christian Eplinger

 Am Mittwoch verzeichnete der Scheibbser Bezirk 799 Corona-Infizierte, 1.381 aufrechte Absonderungsbescheide und 365 aufrechte Verkehrsbeschränkungen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag laut AGES-Dashboard bei 1.453 Fällen, das sind 604 Neuinfektionen in der vergangenen Woche. Während man damit in Niederösterreich hinter Waidhofen/Ybbs (Sieben-Tage-Inzidenz 2.371), Lilienfeld (1.602) und Amstetten (1.595) an vierter Stelle rangiert, liegt der Bezirk Scheibbs bei der Impfquote mit einer Vollimmunisierung (zwei Impfungen) von 59,58 Prozent nach wie vor an letzter Stelle. Und das, obwohl alleine am Dienstag wieder 307 Impfungen im Impfzentrum Wieselburg verabreicht wurden.

Angesichts dieser Zahlen entschlossen sich die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in Absprache mit Bezirkshauptmann Johann Seper in der Bürgermeister-Videokonferenz für einen drastischen Schritt. Alle Veranstaltungen in den Gemeinden des Bezirks werden vorerst bis auf weiteres abgesagt. "Wir haben die sehr problematische epidemiologischen Lage in vielen unserer Gemeinden gemeinsam mit unserer Amtsärztin analysiert. Darauf haben sich alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Bezirkes Scheibbs einstimmig festgelegt, bis auf weiteres freiwillig von Veranstaltungen abzusehen, soweit dies im Einflussbereich der jeweiligen Gemeinde liegt - selbst wenn diese zum Teil bei Einhaltung bestimmter Maßnahmen rechtlich noch möglich wären. Damit wollen alle unsere Gemeinden parteiübergreifend und in Absprache mit der Gesundheitsbörde dazu beitragen, die Covid-19 Zahlen im Bezirk Scheibbs wieder zu senken“, erklärte Bezirkshauptmann Johann Seper gegenüber der NÖN.

Damit auch kein Adventmarkt im Schloss Neubruck

Damit ist fix, dass auch der letzte noch geplante Adventmarkt im Bezirk Scheibbs nicht stattfinden wird. Dieser wäre am 27. und 28. November am Schlossareal Neubruck geplant gewesen. Enttäuscht zeigt sich die Veranstalterin Ursula Zechner von der Gastwirtschaft Neubruck, auch wenn sie die Entscheidung der Gemeinden verstehen, akzeptieren und in den letzten Tagen damit auch gerechnet hat. "Sicherheit geht natürlich bevor, aber wir hätten auf alle Fälle bei uns im Schlossareal ein gutes Sicherheitskonzept gehabt. Der Adventmarkt wäre rund um das Teichareal und im alten Kesselhaus geplant gewesen, mit 23 Kunstausstellern und sieben Gastroständen. Wir hätten dieses Areal abgesperrt und nur einen Eingang gemacht mit strenger 2G-Kontrolle", sagt Zechner. 

Noch mehr enttäuscht als sie selbst zeigten sich die Aussteller. "Die Kunsthandwerker haben sehr viel Zeit in ihre teils sehr aufwendigen Produkte investiert, die sie jetzt - wie schon im Vorjahr - wieder nicht präsentieren und entsprechend verkaufen können. Aber natürlich ist es auch für uns in der Gastwirtschaft eine Umsatzeinbuße. Die Kosten laufen ja leider weiter", erklärt Zechner.