Totengedenken nur im privaten Rahmen im Bezirk Scheibbs. Die Gräber werden gesegnet, wenn auch nicht in einer gemeinsamen Feier, heißt es in einem Aufruf der Bischofskonferenz.

Von Karin Katona. Erstellt am 28. Oktober 2020 (03:54)
Strohmayer

Keine Feier auf dem Friedhof, kein Verwandtentreffen: Im Coronajahr 2020 müssen die Menschen einen Weg finden, Allerheiligen im kleinen Rahmen zu begehen. Eine Enttäuschung sind die Einschränkungen rund um Allerheiligen besonders für den Kameradschaftsbund. „Es schmerzt sehr, denn eine der Säulen unseres Vereins ist die Pflege der Erinnerung an die Verstorbenen“, sagt Obmann-Stellvertreter Franz Wieser von der Ortsgruppe Purgstall. Heuer werde die feierliche Kranzniederlegung am Totensonntag nur im kleinsten Rahmen stattfinden. Auch ein weiterer traditioneller Fixpunkt im ÖKB-Jahr, der Marsch zum Lagerfriedhof in Schauboden ist abgesagt. In Lunz findet jährlich am 26. Oktober eine große Kranzniederlegung statt. „Heuer war leider alles sehr eingeschränkt“, bedauert Obmann Franz Scheplawy.

Zur jährlichen Gedenkfeier, die der Hospizverein Scheibbs gemeinsam mit der Palliativstation des Landesklinikums Scheibbs und der Krankenhausseelsorge abhält, sind jedes Jahr zu Allerheiligen die Angehörigen der Verstorbenen des vergangenen Jahres eingeladen. „Die Angehörigen können in einem Ritual noch einmal bewusst von ihren Lieben Abschied nehmen – das kann in der Trauer eine Hilfe sein“, berichtet Regina Blümel vom Hospizverein. Heuer könne die Feier nicht stattfinden, doch: „Wir begleiten die Menschen nicht nur zu Allerheiligen, sondern das ganze Jahr“.

Der einfühlsame Umgang mit dem Totengedenken gehört zum Beruf von Bestatter Klaus Hörhan aus Oberndorf. Von Trends wie Wald- oder Seebestattung hält er wenig. „Die Folgen für die Hinterbliebenen sind oft schwer. Denn der Mensch braucht einen Ort zum Gedenken.“

Wie stark das Totengedenken auf dem Friedhof in der Gesellschaft verankert sei, sehe man in der Zeit rund um Allerheiligen: „Bei der Gräbersegnung in Oberndorf sind sonst jährlich an die tausend Menschen. Das wird den Leuten heuer sehr abgehen.“

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