Purgstaller bezwang mit Freunden "Pacific Crest Trail". Der Purgstaller Bernhard Hauptmann bezwang mit zwei Freunden den 4.300 km langen Kult-Weg.

Von Raimund Holzer. Erstellt am 03. April 2019 (03:45)
privat
Die drei jungen Männer werden bei ihrem Vortrag im kultur.portal in Scheibbs von phantastischen Ausblicken, von heißen Wüsten – und von langen Tagesmärschen berichten. Tolle Bilder und Videos dürfen dabei natürlich nicht fehlen.

NÖN: Bernhard, wie kommt man auf die Idee, einen 4.300 km langen Fußmarsch zu machen?

Bernhard Hauptmann: Die Idee kam von Dominiks Mutter, sie hatte irgendwo davon gehört. Wir fanden den Gedanken, Amerika zu Fuß zu durchqueren, so verrückt, dass wir beschlossen, am Ende unserer gemeinsamen Wohnungszeit in Wien dieses Projekt zu starten. Am Anfang war es nur als Spaß gedacht, aber je länger wir davon sprachen, umso ernster wurde es. Dann wollte niemand mehr einen Rückzieher machen. Und so haben wir uns letztes Jahr an der mexikanischen Grenze wiedergefunden.

Was war dein ganz persönlich schönstes Erlebnis, was der negative Höhepunkt?

Hauptmann: Das schönste Erlebnis war eindeutig die Besteigung des Mount Whitney, des höchsten Berges von Kontinental-Amerika. Wir waren bei Sonnenaufgang die Ersten am Gipfel und hatten auf 4421 Höhenmetern eine wunderschöne Aussicht auf die Wüste im Süden Kaliforniens.

Der negative Höhepunkt war, als ich mich einmal mit dem Wasser verschätzt hatte und rund 25 km nichts zu trinken hatte. Jede Wasserquelle, an der wir vorbeikamen, war ausgetrocknet und als wir am Abend an den erlösenden Fluss kamen, sprang ich sofort hinein und trank, bis mir der Bauch wehtat.

Hast du auch einmal ans Aufhören und Einfach-nach-Hause-Fahren gedacht?

Hauptmann: Nein, kein einziges Mal! Ich wusste, dass so eine Chance nicht so schnell wiederkommt und wollte jeden Moment bis zum Schluss auskosten. Der Gedanke, gemeinsam mit meinen Freunden die kanadische Grenze zu erreichen, hat uns alle drei jeden Tag auf’s Neue motiviert.

Sollte jemand von eurem Vortrag inspiriert werden, dieses Abenteuer ebenfalls zu wagen - was wäre dein Rat?

Hauptmann: Nimm alle Dinge an die sich dir bieten! Genieße jeden Moment, auch die nicht so guten. Sei dankbar für jede Hilfe und sei es nur eine Cola-Dose an einem heißen Tag und lerne so viele Menschen wie möglich kennen, der Trail zieht die lustigsten, schrägsten und verrücktesten Leute an.