Endlich wieder Kino in Wieselburg

Nach exakt fünf Monaten Covid-Sperre hat das „Kino mal vier“ in Wieselburg seit vergangenen Freitag wieder geöffnet.

Erstellt am 19. August 2020 | 04:36
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7909274_erl34wbg_kino_benjamin_gerlinde_alexand.jpg
Benjamin, Gerlinde und Alexandra Schützenhofer (von links) freuen sich, dass es nach fünf Monaten Zwangspause endlich wieder in ihrem Kino heißt: „Film ab“.
Foto: Christian Eplinger
Foto: Christian Eplinger

Seit 19. August 1999 gibt es das „Kino mal vier“ der Familie Schützenhofer in Wieselburg. Die vergangenen fünf Monate waren aber für die Familie Schützenhofer ganz eigenartig. Denn exakt fünf Monate lang – von 13. März bis 13. August – hatte ihr Kino geschlossen.

Kein Film lief über eine der Leinwände der sechs Säle, kein Duft nach frischem Popcorn lag in der Luft und keine Cola-Becher standen herum.

Fünf Monate lang, in denen das Kino keinen Cent an Einnahmen einspielte.

„Fünf Monate ohne jegliche Einnahmen kann ein Wirtschaftsunternehmen eigentlich nicht überstehen.“Gerlinde Schützenhofer

„Zum Glück haben wir einen guten wirtschaftlichen Background, weil fünf Monate ohne jegliche Einnahmen kann ein Wirtschaftsunternehmen eigentlich nicht überstehen“, sagt Gerlinde Schützenhofer, die gemeinsam mit ihren Kindern Alexandra und Benjamin das Kino in Wieselburg betreibt.

Die vier fix angestellten und fünf geringfügigen Mitarbeiter musste die Familie Schützenhofer noch im März kündigen – allerdings mit Wiedereinstellungsgarantie. Eine Garantie, die man jetzt einlöste.

„Unser Betrieb ist eine große Familie. Nicht nur, weil wir alle selbst mitarbeiten, sondern auch, weil praktisch alle unsere Mitarbeiter schon seit fünf Jahren oder länger bei uns sind“, erzählt Gerlinde Schützenhofer.

„Das Kino ist und bleibt ein Gesamterlebnis – das wollen wir alle unbeschwert genießen.“Gerlinde Schützenhofer

Geld aus dem Corona-Unterstützungsfonds hat die Familie Schützenhofer bisher übrigens keines erhalten. „Wir sind da scheinbar zu klein. Für Kinos in unserer Größe gibt es da nichts“, weiß Benjamin Schützenhofer.

Doch die Familie Schützenhofer ärgert sich nicht, sondern blickt jetzt wieder nach vorne. Das erste Kinowochenende verlief durchaus vielversprechend, auch wenn die großen Blockbuster noch fehlen. „Die Kinderfilme waren sehr gut besucht. Freitag und Samstag gab es auch am Abend viele Kinobesucher. Der Sonntag war dann etwas mau“, schildert Alexandra Schützenhofer. Alle derzeit gezeigten Filme sind mit Ausnahme von „Das perfekte Geheimnis“ jetzt neu angelaufen.

Beim Betreten und Verlassen des Kinos herrscht bis zum beziehungsweise ab dem Sitzplatz Maskenpflicht. Die Luft in den Kinosälen wird alle 15 Minuten über die Lüftung zur Gänze durchgewechselt. Und die Säle selbst werden – wie auch schon vorher – nach jeder Vorstellung gereinigt und desinfiziert. Im Kino selbst werden zwischen allen Gruppen (bis maximal sechs Personen) oder auch Einzelpersonen jeweils links und rechts davon ein Sitzplatz frei gelassen.

Wie viele der insgesamt 958 Plätze in den sechs Sälen frei bleiben, hängt daher auch von den Gruppengrößen ab. „Noch buchen wir das händisch ein, aber in den nächsten Wochen soll das dann automatisch funktionieren. Nur auch für uns ist das jetzt eine gewisse Lernphase“, gesteht Gerlinde Schützenhofer.

Ihr ist es wichtig, dass sich alle Gäste einem unbeschwerten Kinoerlebnis hingeben können.

„Auch wir haben uns, als wir am Donnerstag alle Säle durchgetestet haben, nach fünf Monaten Pause endlich wieder einen Film im Kino angeschaut – inklusive frischen Popcorn und Cola. Das ist einfach ein anderes Erlebnis als am Fernseher und immer noch etwas Besonderes – auch für uns, obwohl ich genauso wie meine Kinder mit dem Kino aufgewachsen bin“, schildert Gerlinde Schützenhofer, deren Eltern 1958 das Kino in Persenbeug gegründet haben.

„Die beste Komödie ist noch besser, wenn man gemeinsam lacht. Und bei einem Horrorfilm fürchtet man sich einfach besser gemeinsam. Genau das ist Kinoerlebnis“, bringt es Benjamin Schützenhofer auf den Punkt.