Neuer Speed für Glasfaser-Netz in Göstling

Neue Glasfaser Ybbstal GmbH soll Netzausbau vorantreiben. „Ja“ von Gemeinden Göstling und Lunz zur Gründung.

Claudia Christ
Claudia Christ Erstellt am 27. September 2021 | 06:17
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Projektleiter Matthias Repper (links) informierte den Göstlinger Gemeinderat am Freitag über Details zur Gründung der neuen Glasfaser Ybbstal GmbH, die am 24. September stattfinden soll.
Foto: Christ

Nachdem der Ausbau der Glasfaser im Ybbstal durch die NöGiG (NÖ Glasfaserinfrastrukturgesellschaft) in den Randgebieten ins Stocken geraten ist, ergreifen nun sieben Ybbstal-Gemeinden die Eigen ini tiative und gründen eine eigene Gesellschaft. Mit der neuen Glasfaser Ybbstal GmbH als Auftraggeber, in der Göstling, Lunz, Waidhofen, Ybbsitz, Hollenstein, Opponitz und St. Georgen am Reith vereint auftreten, soll der Ausbau nun vorangetrieben und bis 2025 fertiggestellt werden.

„Denn ohne diesen Schritt, würden die Förderungen verfallen und das Projekt wäre zum Scheitern verurteilt“, erklärte Projektleiter Matthias Repper am vergangenen Freitag dem Göstlinger Gemeinderat. Bislang sind nämlich erst 250 Kilometer Breitband mittels Bundesförderung in entlegenen Gebieten des Ybbstals verlegt, „400 sind noch ausständig“, meint Repper. Insgesamt stehen der gesamten Ybbstal Region 9,9 Millionen Euro dafür zur Verfügung.

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Ein „Ja“ zur Gründung der neuen Gesellschaft, deren Gründung in dieser Woche stattfinden wird, kam auch von den Gemeinderäten in Göstling und Lunz am See. Göstling wird bei einer Stammeinlage von 35.000 Euro 14 % (4.900 Euro) an der „GYG“ halten, Lunz am See ist mit 23 % (8.050 Euro) beteiligt.

Für die Marktgemeinde Göstling bedeutet das konkret, dass die budgetierten Darlehen für den Glasfaserausbau von 410.000 Euro auf 219.000 Euro gekürzt werden. „Das gefällt mir gar nicht, denn dadurch könnte es beim geplanten Ausbau auf der Hochreit zu Verzögerungen kommen“, meint Bürgermeister Friedrich Fahrnberger, der mit dem Startbeginn der nächsten Ausbauphase hier noch heuer gerechnet hat. Dieser erscheint nun, trotz bereits erfolgtem Ausschreibungsverfahren, aufgrund der neuen Tatsachen für 2022 nicht mehr gesichert zu sein. „Wir haben das den Bewohnern ja bereits versprochen, wenn es hier wieder zu Verzögerungen kommen wird, finde ich das nicht gut, ich würde die Zügel da nicht locker lassen“, meint Fahrnberger.

Fix ist, dass im ersten Ausbauschritt, der bis kommenden Juni abgerechnet werden muss, in Göstling 50 Kilometer umgesetzt werden können. „Fördertechnisch werde das aber nicht vorrangig Hochreit sein, sondern das Gebiet hinter dem Solebad“, erklärt Repper. Er informierte auch darüber, dass durch die Neugründung der Gesellschaft alle Bürger, die sich für einen Anschluss entschieden haben, nochmals neu unterschreiben müssen. Ein entsprechender Bürgermeisterbrief ergeht demnächst.

Ein einstimmiges „Ja“ gab es für die Gründung der neuen Gesellschaft auch vom Gemeinderat in Lunz am See, der am Freitag tagte. Nach dem der Ausbau in den Kerngebieten abgeschlossen ist, stehen die Gebiete Bodingbach, Kothbergtal und Pfaffenschlag für die nächste Ausbauphase im Fokus. Mit den Arbeiten für den rund 20 Kilometer langen Netzausbau soll noch heuer begonnen werden. Insgesamt warten in Lunz noch 200 Grundstückseigentümer auf den Anschluss an das schnelle Netz. 2023 sollen noch die Gebiete Sulzbach, Ertltal, Ahorntal, Weinbergl und Weißenbach folgen.