Zum „Auge“ des Leckermoores. Das „Leckermoor“ gehört zu den schönsten Hochmooren in NÖ. Ernst Zettel führt Besucher regelmäßig durch das Gebiet.

Von Anita Schwaiger. Erstellt am 06. August 2020 (03:40)
Während seinen Führungen am Erlebnisweg rund um das Hochmoor darf auch Gabriel Schwaiger sein Wissen testen.
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Ein roter Renault parkt am Eingang des Erlebnisweges des Leckermoores auf dem Hochplateau  Hochreit. Aus dem Auto steigt der Pensionist Ernst Zettel von der Jausenstation „Ablass“, ausgerüstet mit Hut und Stock. Er führt seit 2006 Interessierte durch das Leckermoor, eines der größten und schönsten Hochmoore Niederösterreichs.

Von Mai bis Oktober ist er bis zu drei Mal pro Woche mit Wanderern im Leckermoor unterwegs. „Viele Leute kommen schon alleine wegen der Ruhe hierher“, erzählt der 69-Jährige.

Ernst Zettel weiß, was es im Hochmoor (Bild links) zu entdecken gibt.
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Das Hochmoor umfasst eine Fläche von fünf Hektar. Der etwa 1,5 Kilometer lange Erlebnisweg mit insgesamt elf Stationen führt rund um das Moor und ist auch mit dem Kinderwagen befahrbar. Jede Station beinhaltet ausführliche Erklärungen und spielerische Aufgaben für Kinder.

Den ausgeschilderten Weg verlässt der Hochmoorexperte nicht. „Manche Stellen sind sehr gefährlich. Man würde in den Schlenken einsinken“, betont er am Beginn der Führung. Im Zuge der Wanderung kommt man auch an Feucht- und Moorwiesen vorbei. Diese bieten Lebensräume für ganz besondere Insekten und Schmetterlinge, wie beispielsweise für den Sumpfgrashüpfer oder den Randring-Perlmutterfalter. Ernst Zettel weiß, wohin man im Hochmoor gezielt seine Blicke wenden soll.

Ein Paradies für Pflanzenfreunde

Für Botaniker gibt es ebenso viel zu entdecken. Entlang der Wege blühen Orchideen und andere seltene Pflanzen, wie der Blaue und der Gelbe Eisenhut, Gelber Fingerhut oder der  Weiße Germer. Aber auch auf Beeren, Sträucher und den Moorwald geht Zettel während seinen Führungen ein. Zudem erfährt man viel Wissenswertes über die historische Entwicklung des Hochmoores. Im Herzen des Moores findet man die größte offene Wasserstelle, nämlich das Moorauge. Fünf verschiedene Libellenarten sowie die Mönchsgrasmücke sind hier beheimatet. Auch die kleine fleischfressende Pflanze „Sonnentau“ wächst hier.

In den Sommerferien gibt es einmal pro Woche auch eine Wanderung speziell für Familien mit Kindern. „Wir gehen ebenfalls den Erlebnisweg und ich bereite die Inhalte kindergerecht auf und wir basteln auch eine Blumenkarte“, erzählt die Naturvermittlerin Monika Zettel.

Egal ob klein oder groß: Nach der zwei- bis dreistündigen informativen Wanderung folgt nicht allzu selten eine „Brettljause“ in der Jausenstation „Ablass“.