Bezirk Scheibbs: Zwei Tage lang wird "nur" informiert. Heute, Freitag, startete die Polizei mit den stichprobenartigen Ausreisekontrollen aus dem Bezirk Scheibbs. Wer keinen negativen PCR- oder Antigentest (nicht älter als 72/48 Stunden) vorweisen kann, muss umdrehen. An den ersten beiden Tagen wird nur kontrolliert und informiert. Ab Sonntag wird auch gestraft. "Sollte jemand kein negatives Testergebnis oder keine ärztliche Bestätigung mitführen, dann muss er umkehren. Besteht er trotzdem auf eine Weiterfahrt, wird ab Sonntag Anzeige wegen Verstoß gegen das Epidemiegesetz erstattet", erläutert Bezirkspolizeikommandant Thomas Heinreichsberger.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 09. April 2021 (10:37)

Lokalaugenschein am Freitagvormittag beim Checkpoint zwischen Wieselburg und Bergland. Stichprobenartig halten die acht Polizeibeamten Autofahrer, die Richtung Ybbs unterwegs sind auf und kontrollieren, ob sie einen negativen Corona-Test vorweisen können. Die meisten Autofahrer, wie die NÖN beim Lokalaugenschein beobachtet, haben ihre Bescheinigung ausgedruckt oder am Handy mit. Mit dem einen oder anderen wird diskutiert und informiert. Die Beamten belehren die Autofahrer, einer kehrt um, ein anderer setzt trotzdem seine Fahrt fort. Vorerst hat das noch keine Folgen.

"Viele sind schon gut informiert, manche haben noch Fragen, die anderen werden von uns informiert. Am Freitag und Samstag gilt laut Hochinzidenzverordnung für den Bezirk Scheibbs eine Übergangfrist. Ab Sonntag werden solche Personen bei der Bezirkshauptmannschaft angezeigt. Da drohen dann Strafen nach dem Epidemiegesetz von bis zu Extremfall von 1.450 Euro. Wir werden aber versuchen, auf die Autofahrer einzureden und sie zum Umkehren zu bewegen. Die meisten, wie wir aus dem Raum Wiener Neustadt/Neunkirchen wissen, sind auch einsichtig. Es geht hier nicht ums Strafen", sagt Thomas Heinreichsberger, Bezirkspolizeikommandant in Scheibbs.

Heinreichsberger hat auch die Einsatzpläne für die Ausreisekontrollen erstellt. Stichprobenartig wird an den 47 Ausfahrten aus dem Bezirk Scheibbs abwechselnd kontrolliert. Unterstützt werden die Beamten des Bezirks dabei von Beamten des Bildungszentrums der Sicherheitsakademie Ybbs sowie aus den umliegenden Bezirken. "Der Einsatzplan ist flexibel gestaltet. Die Beamten sind zwar für diesen Dienst abgestellt, aber werden ihren Checkpoint am Tag mehrmals wechseln, sodass wir flächendeckend vertreten sind. Denn eines ist auch klar. Alle Ausfahrten gleichzeitig zu kontrollieren ist unmöglich", erklärt Heinreichsberger.

Inzidenz am Freitag erstmals wieder unter 400

Eingestellt hat man sich bei der Polizei auf langfristige Kontrollen. Denn die Hochinzidenzverordnung wird erst aufgehoben, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz mindestens zehn Tage hintereinander unter 200 sinkt. Das heißt für den Bezirk Scheibbs maximal 82 Neuinfektionen pro Woche.

Übrigens: Heute Freitag liegt die Sieben-Tages-Inzidenz im Bezirk Scheibbs erstmals seit acht Tagen wieder unter der 400er-Grenze - und zwar mit 369,4 sogar relativ deutlich. Nichtsdestotrotz ist das immer noch der zweithöchste Wert in ganz Österreich. Nur der Bezirk Lienz weist mit einer Inzidenz von 443,2 einen höheren Wert auf.