30 Prozent weniger Autokäufe im Bezirk Scheibbs

Neuzulassungen gingen 2020 im Bezirk stark zurück. Online-Auftritte und Rabatte sollen Kauflust steigern.

Erstellt am 27. Januar 2021 | 04:58
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Corona sorgt für schwierige Zeiten für die Autohändler. Die Umsätze brechen ein, Geschäftslokale sind geschlossen, Autobesichtigungen und Probefahrten schlicht unmöglich. Die aktuellen Zahlen der Pkw-Neuzulassungen 2020 sprechen zudem eine deutliche Sprache: Corona hat demnach auch die Autobranche im Bezirk in eine tiefe Krise gestürzt. Nur 1.193 Neuzulassungen gab es im Vorjahr, um 552 weniger als noch 2019.

„Wir merken schon, dass es eine Nachfrage gibt, aber Kunden können wir natürlich aktuell in unserem Autohaus keine empfangen“, erklärt Elke Aigner vom Autohaus Aigner in Gresten die missliche Lage. Mittels virtuellen Videos und kleinen Verkaufsfilmen wird versucht den Kunden das Wunschauto näher vorzustellen. „Wir können derzeit nur abwarten und hoffen, dass sich die Lage bald entspannt, ganz nach dem Motto kommt Zeit, kommt Rat“, meint die Juniorchefin.

„Ich würde mir aufgrund der Pandemie eine Verschiebung der neuen NoVA wünschen.“ Thomas Aichinger, ATZ Steinakirchen.

Zuwartend geben sich auch die Kunden von Autohaus Tazreiter in Wieselburg. „Es gibt viele Vormerkungen, doch für einen Kauf entschieden sich in der letzten Zeit nur wenige“, weiß Geschäftsführer Werner Tazreiter, der nach Ende der Pandemie wieder mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage rechnet. „Jetzt müssen wir aber alle mal gesund werden und dann werden wir natürlich versuchen mit besonderen Angeboten die Kunden zum Kauf zu animieren“, betont er.

Dass ab Jahresmitte die „neue NoVA“ eingeführt wird, macht die Lage für manche Autohändler nicht gerade besser. „Das spornt maximal die Geschäftsleute an, sich nun Firmenautos zuzulegen“, berichtet Tazreiter von einem seiner Kunden. „Der hat sich gleich drei Autos zugelegt, und sich damit rund 4.000 Euro erspart.“

Dass Kunden noch vor der Einführung der Verteuerung ihren Fuhrpark austauschen oder aufrüsten wollen, kann auch Elke Aigner feststellen. „Da gibt es schon einige, die jetzt kaufen und noch Geld sparen wollen“, meint sie.

Für Thomas Aichinger von ATZ Steinakirchen kommt die Einführung der neuen NoVA mit 1. Juli viel zu früh. „Unter normalen Umständen wär das okay, aber wir gehen davon aus, dass erst ab Ostern das Geschäft überhaupt anlaufen wird. Deshalb würde ich mir wegen der Pandemie eine Verschiebung der neuen Regelung wünschen“, meint der Firmenchef.

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Generell lief das Geschäft bei ATZ bis zum zweiten Lockdown im November relativ gut, auch wenn man im Vorjahr 15 bis 20 Prozent weniger Autos verkauft hätte. Wer plant, sich demnächst einen Neuwagen zuzulegen und sich darüber informieren will, der setzt derzeit laut Aichinger auf Online-Plattformen. „Das bemerken wir auch auf unseren eigenen Internetseiten. Das Interesse ist da. Jetzt warten alle auf die Superangebote“, meint er.

Und die werden laut der Autohändler auf jeden Fall kommen. Denn sobald die Unsicherheit bei den Menschen verschwindet und die Türen der Autohäuser wieder offen stehen, wird es satte Rabatte und lukrative Aktionen für die Autokäufer geben. Das wird besonders auf Tageszulassungen und Vorführwagen zutreffen.

Wie angespannt die Stimmung in der Branche derzeit ist, zeigen die Reaktionen einiger befragter Händler, darunter auch das Autohaus Senker/Pruckner. Sie wollten zum dieswöchigen NÖN-Thema keine Stellungnahme abgeben, obwohl VW und Skoda auch 2020 die „Zulassungskaiser“ sind.

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