„Die Figuren erzählen mir ihre Geschichten“

Erstellt am 28. Oktober 2018 | 03:00
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Elisabeth Lackner
Foto: Anna Faltner
Wolfpassingerin Elisabeth Lackner hat vor vier Jahren ihre Leidenschaft entdeckt: für erotische Liebesromane und Strickbücher.
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In Italien hat sie sich als 19-Jährige verliebt. Mit mittlerweile 60 Jahren reist sie nach Apulien zurück, um sich daran zu erinnern. Die Rede ist von Sanna, der Protagonistin in Elisabeth Lackners neuestem Liebesroman. Der vierte Teil ihrer „Ciao“-Reihe „Oliven voller Liebe“ ist seit der Vorwoche online und im Buchhandel erhältlich. Damit hat sie sich einen ihrer Kindheitsträume erfüllt.

„Ich wollte immer schreiben. Mit 20 hab‘ ich mal begonnen, aber das Buch nie beendet. Ohne Computer war das noch schwieriger“, lacht die 51-Jährige. Vor vier Jahren war es dann so weit: „Ich hatte eine spontane Idee – eine erotische Liebesgeschichte.“

Und das veröffentlichte sie – genauso wie die „Ciao“-Reihe – unter dem Pseudonym „Lisa Diletta“. Mit Erfolg: Denn ihr erstes Taschenbuch wurde bei Amazon unter den Erotik-Klassikern gelistet. „Das war Wahnsinn. 60 Mal pro Monat wurde das Buch verkauft“, strahlt sie.

„Das ist alles Fantasie. Ein Krimi-Autor mordet ja auch nicht selbst. Die Liebe im Buch ist einfach schöner als zehn Leichen.“Elisabeth Lackner

Freunde und Familienmitglieder machen aber nach wie vor einen Bogen um ihre Werke. „Viele können mit dem Genre nicht umgehen oder nehmen das nicht ernst“, erzählt Lackner. Die meisten Leute wollen wissen, ob die Handlungen aus den Büchern auch auf ihr Privatleben zutreffen und warum so viele Sexszenen enthalten sind. „Das ist alles reine Fantasie. Ein Krimi-Autor mordet ja auch nicht selbst. Die Liebe im Buch ist einfach schöner als zehn Leichen.“

Aus der Fantasie heraus entstehen auch die Protagonisten ihrer Romane. „Anfangs habe ich einfach drauf losgeschrieben. Jetzt rede ich ein paar Wochen mit meinen Figuren, damit ich sie kennenlerne. Da erzählen sie mir ihre Geschichten“, erklärt Lackner. Dieser Prozess der Ideenfindung dauert etwa zwei Monate. „Ungefähr weiß ich da schon, was ich schreibe. Aber vieles ergibt sich ganz spontan. Das überrascht mich dann auch selbst“, schmunzelt sie.

Danach beginnt die Schreibphase – intensiv und ohne Pausen. „Sonst verliere ich den roten Faden. Ich muss alles auf einmal schreiben.“ Bevor die Bücher erscheinen, werden sie noch von Korrektur- und Testlesern abgesegnet. Dann geht es an das nächste Werk. Gleichzeitig mit den Romanen begann sie übrigens auch Strickanleitungen zu schreiben.

„Ideen spuken mir viele im Kopf herum. Aber bis jetzt hat sich noch nichts konkretisiert“, sagt sie. Nach viel Romantik und Sex würde sie sich nämlich gerne an ernsthaftere Themen „mit mehr Tiefgang“ wagen. „Aber mit einem neuen Pseudonym. ‚Lisa Diletta‘ ist doch schon sehr erotisch angepatzt“, grinst sie.

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