Wieselburger Paul Nemecek: „Bauern garantieren bei uns volle Regale“

Erstellt am 17. März 2022 | 04:20
Lesezeit: 3 Min
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Paul Nemecek: „Bauernläden wie der Nah-Guat in Scheibbs werden sich langfristig halten.“
Foto: Eplinger
Am 13. März 2020 traten in Österreich erste Corona-Maßnahmen in Kraft. Bauernbund-Direktor Paul Nemecek aus Wieselburg über leere Supermarktregale, Versorgungssicherheit und seine Bilanz.
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NÖN: Am 13. März 2020 gab es Hamsterkäufe in den Supermärkten Österreichs. Viele Regale waren mit einem Schlag leer. Welche Rolle spielten dabei die Bauern?

Paul Nemecek: Eine ganz entscheidende. Denn sie waren es, die unsere Regale sofort wieder mit Lebensmittel gefüllt haben. Das war nicht in allen Ländern so. Während der gesamten Corona-Pandemie haben die Bauern dafür gesorgt, dass unsere Regale voll waren. Österreich hat noch einen hohen Selbstversorgungsgrad bei Getreide, Fleisch oder Milch. Wir sind nicht abhängig von internationalen Lieferketten. So soll es auch bleiben. Die heimischen Landwirte garantieren diese Versorgungssicherheit – während der Pandemie genauso wie jetzt während des Krieges.

Die Produktionskosten steigen, dadurch werden Lebensmittel immer teuer. Welche Maßnahmen braucht es da, um entgegenzuwirken?

Nemecek: Die Produktionskosten steigen in allen Bereichen, auch bei den Bauern. Dennoch: Von den höheren Lebensmittelpreisen kommt fast nichts bei den Bauern an. Dabei dürfen gerade die Bauern nicht vergessen werden. Denn wenn sie nichts verdienen, werden sie auch nichts produzieren. Das Verramschen unserer hochwertigen heimischen Lebensmittel muss ein Ende finden.

Corona-Gewinner sind Direktvermarkter und Bauernläden. Sie schossen in den letzten Jahren aus dem Boden. Besteht die Gefahr, dass es zu viele werden?

Nemecek: Nein, glaube ich nicht. Es ist genug Platz für alle da. Regional und saisonal zu kaufen, ist die beste Möglichkeit, das Klima zu schonen und unsere Versorgungssicherheit langfristig zu garantieren.

Sie sind im Jänner 2020 Bauernbunddirektor geworden. Was war ihr persönlich prägendster Moment seitdem.

Nemecek: Es war ein Auf und Ab, vor allem geprägt von Corona, der gesellschaftlichen Spaltung und jetzt dem Krieg, aber auch von Umweltkatastrophen wie den Hagelschäden im Sommer des Vorjahres. Trotzdem gab es viele gute Gespräche vor allem auch im Zuge unserer Hofgesprächs-Touren. Das Prägendste von allem war für mich aber was ganz Persönliches: die Geburt unserer Tochter Anna am 9. Juli 2021 in Scheibbs. Wenn neues Leben entsteht, ist es der großartigste Moment.

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