Bezirk Scheibbs: Kampf um die Protest-Stimmen. Der Bauernbund will seine klare Mehrheit verteidigen. Dahinter matchen sich UBV, Freiheitliche und SPÖ-Bauern.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 20. Februar 2020 (05:39)

Am 1. März stehen die Landwirtschaftskammerwahlen an. Dabei sind die knapp 7.000 Wahlberechtigte im Bezirk aufgerufen, sowohl auf Landes- als auch auf Bezirksebene ihre Stimme abzugeben. „Neben den aktiven und pensionierten Landwirten haben auch alle landwirtschaftlichen Grund- und Waldbesitzer ein Wahlrecht. Zudem gibt es einige, die Kraft ihrer Funktionen auch mehrfach wahlberechtigt sind“, erklärt der scheidende Kammerobmann Anton Krenn.

Der NÖ Bauernbund (BB) geht dabei als klare Nummer eins ins Wahlrennen. Aktuell hält der Bauernbund 31 der 38 Mandate in der Bezirksbauernkammer. Dabei verlor man bei den Wahlen vor fünf Jahren vier Mandate an das Wahlbündnis der Freiheitlichen Bauern (FB) mit dem Unabhängigen Bauernverband. Das Wahlziel des neuen BB-Bezirksspitzenkandidaten Franz Rafetzeder ist dennoch, den Mandatsstand zu halten. „Wichtig wäre mir vor allem eine hohe Wahlbeteiligung“, sagt der 44-jährige Bio-Bauer aus Wieselburg-Land. Im Wahlkampf setzt er vor allem auf das Thema Herkunftskennzeichnung. „Egal ob bio oder konventionell. Die Konsumenten sollen auf den ersten Blick erkennen, ob ein Produkt aus Österreich kommt oder nicht“, fordert Rafetseder. Keine Änderungen soll es bei seinen beiden Stellvertretern geben. Maria Zulehner aus Purgstall und Franz Aigner aus Lunz kandidieren auf den Rängen zwei und drei. Das Landeskammerratsmandat des Bezirks soll künftig Anita Heigl aus Göstling besetzen.

Minimalziel des UBV sind vier Mandate

Als erster Herausforderer im Bezirk gilt der UBV mit Spitzenkandidaten Alois Fröschl aus Gaming. Er und der Listenzweite Peter Hrnecek sitzen bereits jetzt in der Bezirksbauernkammer. Das Wahlziel sind mindestens vier Mandate, „um aus eigener Kraft Dringlichkeitsanträge in der Vollversammlung einbringen zu können“, sagt der 44-Jährige.

Dass man nicht mehr in einem Wahlbündnis mit den Freiheitlichen antritt, sei zwar einerseits schade, weil es mit Herbert Höllmüller auf Bezirksebene eine gute Zusammenarbeit gegeben habe, andererseits wäre es für einen unabhängigen Verein kein gangbarer Weg, zwei Mal mit der gleichen politischen Gruppierung ein Wahlbündnis einzugehen, sagt Fröschl. Am Freitag, 21. Februar, will der UBV mit einem Bauernstammtisch im Schliefauhof in Rand-egg nochmals entsprechend mobilisieren (19 Uhr).

Die gute Zusammenarbeit auf Bezirksebene – auch mit den Vertretern des Bauernbundes – bestätigt Herbert Höllmüller. Der 53-jährige Landwirt aus Wang ist seit zwei Perioden für die Freiheitlichen Bauern in der Bezirksvollversammlung und seit 2015 auch Landeskammerrat. Er führt auch heuer die FB-Bezirksliste als Spitzenkandidat an. Mit Franz Dorninger hat er einen ehemaligen UBV-Kandidaten als Nummer zwei auf seiner Liste. „Mein Ziel sind drei bis vier Mandate, auch wenn es nicht leicht wird, da bei uns in der Region die UBV ihre Hochburg haben“, weiß Höllmüller.

Ums Überleben in der Kammer kämpfen die SPÖ-Bauern. Diese haben mit Barbara Pflügl aus Purgstall eine neue Spitzenkandidatin. Ich lebe mittlerweile schon seit über zwölf Jahren bei meinen Ehemann auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Feichsen und will dazu beitragen, dass die Struktur mit Klein- und Mittelbetrieben erhalten bleibt“, betont Pflügl.