E-Werk- und Keramikbrennerei-Abbruch hat begonnen. Alte Gemäuer des E-Werks Leitner und der Keramikbrennerei sind Geschichte.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 20. Mai 2020 (15:12)

 Jeden Tag, den man in der Vorwoche in Heuberg/ Brandstatt vorbeikam, war die Lücke ein Stück größer. Der Abbruch der alten Gebäude am linken Erlaufufer ist in vollem Gang. „Wir konnten trotz Coronakrise relativ planmäßig beginnen. Die Absprachen mit der Gemeinde und den beteiligten Firmen waren sehr produktiv“, freut sich Martin Scharsching, Projektleiter der EVN.

Die EVN und die Stadtgemeinde Scheibbs haben hier ein gemeinsames Projekt ins Leben gerufen: Den Neubau des EVN-Kraftwerks Brandstatt und die Neuerrichtung der 56 Meter langen Heubergbrücke (die NÖN berichtete). Die Gesamtkosten belaufen sich auf über 4 Millionen Euro. Das neue Kraftwerk erhält eine 740 kW-Kaplan-Turbine und soll die Stromproduktion von derzeit einer Gigawattstunde pro Jahr auf 3,3 Gigawattstunden pro Jahr verdreifachen. Damit produziert das neue Kraftwerk Ökostrom für rund 1.000 Haushalte.

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Der erste Schritt dieses Projekts ist der Abbruch der beiden Gebäude am linken Erlaufufer. Früher war das ein großer Komplex, wo bis zum Ersten Weltkrieg Achsen für Kutschen geschmiedet wurden. Seit 1895 gab es dort auch das Kraftwerk Brandstatt. Nach dem Weltkrieg wurde das Gebäude aufgeteilt und die Scheibbser Keramikbrennerei übernahm den nördlichen Teil. 1957 wechselte das Kraftwerk in den Besitz von Sepp Leitner, ehe 2012 die EVN die Anlage übernahm. Das Gebäude der Scheibbser Keramikbrennerei ist mittlerweile in Besitz der Firma Ehrlich.

„Wir haben uns mit der Firma Ehrlich geeinigt, beide Gebäude abzureißen, da beide in schlechtem Zustand waren und wir für die weiteren Grabarbeiten beim Kraftwerk dieses Ehrlich-Areal quasi als Zufahrt benötigen“, erklärt Scharsching.

Im ersten Schritt wird bis zum Straßenniveau abgebrochen, dann folgt der Keller, ehe beim Kraftwerk noch einige Meter tiefer, unterhalb des Wasserspiegels, gegraben wird. Spätestens Ende Mai soll der Abbruch fertig sein. Dann beginnt die Baugrubensicherung. Parallel dazu wird am rechten Erlaufufer mit den Böschungssicherungsarbeiten und dem Bau der Widerlager für die neue Heubergbrücke begonnen.

„Erst mit Jahreswechsel wird der Keller fertig sein. Die Wände und die Brückentragwerke folgen dann 2021. Sofern das Wetter mitspielt und wir von Hochwässern verschont bleiben, sollen Kraftwerk und Brücke bis September oder Oktober 2021 fertiggestellt sein“, erläutert Scharsching den Zeitplan.