Parksünder sind erfinderisch in Purgstall. Parkverhalten im Ortskern lässt zu wünschen übrig. Architekt Walter Brandhofer rät zur Geduld.

Von Karin Katona. Erstellt am 09. Januar 2020 (05:00)
Die Überdachung des Fahrradabstellplatzes vor der Schule wäre ein schönes Carport, ist aber nicht als solches gedacht. Hier wird in Zukunft die Möblierung dafür sorgen, dass Autofahrer sich einen legalen Stellplatz suchen müssen. Der Parkplan ist übrigens an der Schultür ausgehängt.
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Die Freude über die Eröffnung der Begegnungszone im Ortszentrum ist noch immer groß. Für Anrainer und Passanten gibt es aber auch so manches Ärgernis: Kirchenplatz, Kirchengasse und Schulgasse scheinen ein Eldorado für Falschparken geworden zu sein. Ob Nützung der überdachten Fahrrad-Abstellplätze vor der Schule als Carport oder sonntägliches Parken unmittelbar vor dem Kircheneingang – der Phantasie der Parksünder sind keine Grenzen gesetzt.

„Das wird kein Dauerzustand bleiben“, beruhigt Architekt Walter Brandhofer. „Uns ist es bei der Öffnung zunächst vorrangig darum gegangen, die Durchfahrt durch das Ortszentrum frei zu machen. In den kommenden Wochen werden gemeinsam mit Verkehrsexperten die Parkflächen rechtlich fixiert.“ Parken in der Begegnungszone sei generell nur auf den dafür gekennzeichneten Flächen erlaubt: „Ob die derzeitige Kennzeichnung durch dunkle Streifen auf dem Pflaster ausreicht oder man zusätzliche Maßnahmen ergreifen muss, wird sich zeigen.“ Einige Grenzen werden sich auch durch die noch ausstehende Möblierung, wie Bänke, Tische und Infostelen, von selbst ergeben.

„Die Begegnungszone ist für uns alle neu“

Brandhofer sieht die Begegnungszone als „Lernprozess für die Verkehrsteilnehmer, den man beobachten und begleiten muss“. Dazu gehören vor allem Bewusstseinsbildung und Aufklärung samt verbindlicher Unterlagen: „Man muss bedenken, dass unsere Begegnungszone die erste weit und breit ist. Das Konzept ist für uns alle noch ungewohnt.“ Die Polizei werde in der ersten Phase vor allem aufklärend unterwegs sein, nach einer bestimmten Eingewöhnungszeit werde es aber auch Sanktionen geben. Das gelte auch für Überschreitungen des Tempolimits.

Architekt Brandhofer sieht das Projekt Begegnungszone trotzdem positiv: „Wenn ich beobachte, wie die Fußgänger über den Platz gehen, sehe ich, dass das Konzept, einen Platz als Kernzone im Zentrum zu schaffen, aufgegangen ist. Der Kirchenplatz ist nicht mehr wie früher ein Platz, an dem man vorbeifährt, sondern ein Platz, den man überqueren kann.“ Pfarrer Franz Kronister trug übrigens das seine zur Bewusstseinsbildung bei: In der Sonntagsmesse bat er seine Schäfchen, beim Parken Rücksicht walten zu lassen.