BH Scheibbs macht Schloss barrierefrei . Die WC-Anlagen der BH sind bald barrierefrei, bis Mai kommt noch Pflaster im Hof. Der Lift für das Bezirksgericht ist noch ausständig.

Von Karin Katona. Erstellt am 12. März 2021 (04:03)

Seit mehr als 150 Jahren ist die Bezirkshauptmannschaft Scheibbs im Schloss Scheibbs untergebracht. Ein idyllischer, historischer Rahmen, jedoch für Menschen mit Behinderung denkbar ungünstig zu erreichen. Schritt für Schritt geht es seit einigen Jahren in Richtung Barrierefreiheit.

„Im Bürgerbüro und im Sitzungssaal etwa wurde eine induktive Höranlage installiert, die sich elektronisch mit den Hörgeräten von hörbeeinträchtigen Personen verbindet“, erklärt Bürodirektor Reinhard Riegler. Die Mitarbeiter kommen auch zu gehbeeinträchtigten Bürgern ins Bürgerbüro runter. Für das Schloss und den errichteten Neubau wurden auch Evakuierungsstühle angekauft, mit denen gehbehinderte Personen im Notfall aus dem Haus gebracht werden können.

Die barrierefreie WC-Anlage für Bezirkshauptmannschaft und Bezirksgericht ist derzeit in Fertigstellung. „Wir werden auch ein taktiles Leitungssystem zum Bürgerbüro, zur Informationsstelle sowie zur WC-Anlage haben“, berichtet Riegler. „Die Hauptzugangswege im Außenbereich werden zur besseren Rollstuhlbefahrbarkeit neu gepflastert. Natürlich in Abstimmung mit dem Denkmalamt“, sagt Riegler. Bis Mai soll alles fertiggestellt sein.

Stiefkind in punkto Barrierefreiheit ist nach wie vor das Bezirksgericht im ersten Obergeschoß des Schlosses. Hier ist noch nicht entschieden, auf welche Art der barrierefreie Zugang, den das Gericht so dringend braucht, geschaffen werden soll. „In Abstimmung mit dem Oberlandesgericht Wien werden die Räume im Obergeschoß mit einer Aufzugsanlage oder einem elektrischen Rollstuhllift versehen“, lässt Bürodirektor Riegler wissen. Genaueres könne jedoch auch er nicht sagen: „Dazu ist eine Detailabstimmung zwischen dem Land Niederösterreich und dem Oberlandesgericht Wien nötig.“

Bezirksrichter Oliver Baumschlager ist ans Warten gewöhnt, doch auch seine Geduld hat Grenzen: „Ich bin nicht eingebunden und habe keine näheren Informationen darüber, welche Variante kommt und wann. Es ist aber dringend an der Zeit, dass auch Menschen mit besonderen Bedürfnissen Zugang zum Gericht bekommen.“ Einen Treppenlift kann er sich schwer vorstellen: „Für die Benützung wäre Hilfe nötig. Und das heißt für mich nicht barrierefrei.“