Steinakirchens Rathaus wird zur Kräuterschule. Ehemaliges Rathaus soll saniert und mit LEADER-Förderung und Wissen des Kräuterkraftwerks zu Lehrstätte für Heilkunde werden.

Von Anna Faltner. Erstellt am 16. April 2021 (04:06)
Der erste Seminarraum im alten Rathaus wird bereits vom Kräuterkraftwerk für Kurse genutzt. Foto: Kräuter Kraft Werk
Kräuter Kraft Werk

Mehrere Jahre stand das Obergeschoß des alten Rathauses leer. Im Vorjahr startete die Marktgemeinde dann mit der Renovierung des Stiegenaufgangs, der WC-Anlagen sowie des ehemaligen Sitzungssaales. Dort hält seit Herbst das Kräuterkraftwerk Steinakirchen Seminare ab. Nun soll das Projekt noch einen weiteren (noch größeren) Schwung bekommen. Nicht nur die Außenfassade wird renoviert, das alte Rathaus soll außerdem eine Ausbildungsstätte in puncto Kräuterwissen werden.

Die Sanierung des Gebäudes soll noch heuer im Sommer umgesetzt werden. Mit an Bord ist auch die Leaderregion Eisenstraße NÖ. „Ortskernbelebung ist uns sehr wichtig, das wollen wir unterstützen. Zum einen können wir mit diesem Projekt alte Bausubstanzen erhalten und mit neuem Leben füllen, und andererseits wird auch eine wichtige Wissensvermittlung zum Thema Kräuter hier stattfinden. Da kommen einige Faktoren zusammen, die unterstützungswürdig sind. Das ist ein Vorzeigeprojekt“, unterstreicht Eisenstraße-Obmann Andreas Hanger.

Außenfassade samt Sgraffito wird erneuert

ÖVP-Bürgermeister Wolfgang Pöhacker geht dabei von Gesamtkosten von 120.000 Euro aus. Gemeinsam mit der Leader-Förderung und den Mitteln aus dem kommunalen Investitionspaket wird es möglich werden, dieses Vorhaben stemmen zu können. Der Förderantrag befindet sich momentan noch in Arbeit. Im Projekt enthalten ist die Sanierung der Sanitäranlagen, der Elektronik, der Fenster, Eingangstüren und der Außenfassade. Auf der, nämlich auf der Kirchturmseite, befindet sich ein Sgraffito, das die Entstehungsgeschichte von Steinakirchen darstellt. Dieses Sgraffito entstand im Jahr 1959 bei der Eröffnung des Rathauses und wird im Zuge der Renovierung auch erneuert. Darüber hinaus wird noch die oberste Geschoßdecke gedämmt.

Interessant: Schon um 1600 wurde im damaligen Gebäude des alten Rathauses eine Schule geführt. Die Vermittlung von (Kräuter-)Wissen soll nun in Zukunft eine tragende Rolle im ehemaligen Rathaus spielen. In erster Linie geht es um das Erheben und Dokumentieren von Wissen rund um die Kräuter der Region.

„Wir haben vor, das traditionelle Heilwissen in der Region der Eisenstraße, das in allen Regionen schlummert, zu erheben. Darauf aufbauend soll ein neuer Lehrgang am WIFI entstehen“, erklärt Monika Vesely vom Kräuterkraftwerk. „Die Anwendbarkeit der Arzneimittel steht bei uns immer im Vordergrund. Wir schauen uns die Wirkungsweisen der Pflanzen an und lehren das Erfahrene, sodass sich die Leute wieder selbst helfen können. So wie sie es früher schon gemacht haben“, betont Vesely. In Kooperation mit dem Europäischen Institut für angewandte Pflanzenheilkunde und der Spezialistin Karin Buchart erfolgt dazu die Wissenserhebung im Erlauftal, recherchiert wird bei den heimischen „Kräuterhexen“. Die Ergebnisse fließen dann in den zukünftigen Lehrgang mit ein.

Der erste Seminarraum im alten Rathaus wird vom Kräuterkraftwerk schon für den Lehrgang „Angewandte Pflanzenheilkunde“ genutzt. Im Sommer folgt ein Ernährungslehrgang zu biogenen Lebensmitteln. Viele weitere Kurse, die alle in Verbindung mit dem Europäischen Institut für Pflanzenheilkunde und dem WIFI NÖ stehen, sollen im nächsten Jahr starten im Gebäude des alten Rathauses.

Infos: www.kraeuterkraftwerk.at