Arbeiterkammer Scheibbs: „Telefone liefen heiß“

3.420 Beratungen in sechs Monaten: Die Mitarbeiter der AK-Bezirksstelle waren während der Coronakrise im Dauereinsatz.

Christian Eplinger
Christian Eplinger Erstellt am 27. August 2020 | 05:57
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Helmut Wieser (links) und Christian Fußthaler: „Auch in der Krisenzeit haben AK-Beratung und Sozialpartnerschaft bei uns in der Region bestens funktioniert.“
Foto: Eplinger

Vier Köpfe umfasst das Team der Arbeiterkammer-Bezirksstelle Scheibbs unter der Leitung von Helmut Wieser. Ein Team, das im ersten Halbjahr 2020 aufgrund der Coronakrise enorm gefordert wurde. „Die Telefone liefen vor allem in den ersten Tagen des Lockdowns heiß. Aufgrund der vielen Fragen und laufenden Änderungen der Richtlinien und Verordnungen gerade zu Beginn war unsere Beratungstätigkeit nicht einfach“, schildert Wieser.

Die meisten Anfragen gab es zu den Themen Kurzarbeit, Quarantänebestimmungen, zu Aussetzverträgen und Betretungsverboten in Betrieben, zu Homeoffice und Kinderbetreuung.

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Im März und April lief diese Beratung ausschließlich über das Telefon oder E-Mail ab, erst mit Mitte Mai war die Bezirksstelle mit zwei abwechselnden Zweier-Teams wieder besetzt und man konnte sich persönliche Termine ausmachen. „Das Homeoffice hat bei uns gut funktioniert, aber bei manchen Fällen zeigte sich, dass das persönliche Gespräch vor Ort wichtig ist“, bilanziert Wieser. Auch für die Betroffenen sei Homeoffice nicht immer ein Vorteil gewesen. „Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einer alleinerziehenden Mutter, die plötzlich keine Kinderbetreuungsmöglichkeit mehr hatte und im Homeoffice gleichzeitig den dreijährigen Sohn betreuen musste. Das war – so wie für viele andere Eltern auch – eine echte Challenge für sie“, weiß Wieser.

Insgesamt führte die AK-Bezirksstelle Scheibbs im ersten Halbjahr 3.420 Beratungen durch und erstritt „so nebenbei“ noch 405.000 Euro für die Arbeitnehmer der Region – zwei Drittel davon außergerichtlich. „Die gute und gelebte Sozialpartnerschaft war und ist auch in Zeiten der Kurzarbeit bei uns spürbar. Alle Seiten – auch die Arbeitgeber – haben versucht, gemeinsam diese schwierige Situation bestmöglich zu meistern. Auch bei den schwer zu kontrollierenden Abrechnungen der Kurzarbeit spürt man das Bemühen von allen Seiten, alles ordnungsgemäß abzurechnen“, ergänzt Arbeiterkammerrat und ZKW-Betriebsratsvorsitzender Christian Fußthaler.