Fünf Einsätze an einem Wochenende. Das schöne Herbstwetter lockte viele Wanderer in die Berge. Aber dabei zeigten sich auch die Schattenseiten. Hinter den Lackenhofer Bergrettern liegt somit ein arbeitsreiches Wochenende mit gleich fünf Einsätzen.

Von Claudia Christ. Erstellt am 21. September 2020 (21:50)

Gleich fünf Mal mussten die ehrenamtlichen Bergretter am Wochenende in Lackenhof ausrücken. „Das schöne Herbstwetter lockte viele Wanderer und Bergsteiger auf den Ötscher. Selbstüberschätzung, aber auch Erschöpfungszustände sind die Hauptursachen für solche Rettungseinsätze“, erklärt Susanne Gerstl. Ortstellenleiter-Stellvertreterin der Bergrettung Lackenhof.

Bereits Freitagmittag verletzte sich eine 20-Jährige beim Abstieg vom Ötscher am Knie, sie wurde mit dem Bergrettungs-Quad ins Tal gebracht.

Am späteren Nachmittag wird die Bergrettung dann zu einem Sucheinsatz im Bereich Schneegrübl am Polzberg alarmiert: Eine betagte Schwammerlsucherin war dort seit dem frühen Nachmittag abgängig. Die Bergrettung, Suchhunde der Bergrettung, Polizei und Feuerwehr sind im Einsatz. Die Gesuchte taucht glücklicherweise bald von selbst wieder auf.

Samstagnachmittag konnte eine Bergsteigerin beim Einstieg zum Rauhen Kamm wegen Erschöpfung und Kreislaufproblemen nicht mehr weiter, sie und ihr Begleiter wurden vom Hubschrauber C15 ins Tal geflogen.

Hund und Herrl von Polizeihubschrauber gerettet

Am Sonntag bekam schließlich ein bergerfahrener Hund an einer ausgesetzten Stelle am Rauhen Kamm Panik. Der 43 Kilogramm schwere Schäferrüde konnte weder vor noch zurück. Zwei Bergretter, die privat eine Wanderung machten, sicherten den Hund vorerst. Nachdem ein versuchter weiterer Auf- oder Abstieg nicht gelang, wurde der Hund samt seinem 56-jährigen Herrl aus Wien vom Polizeihubschrauber Libelle ins Tal geflogen.

Während der Einsätze am Rauhen Kamm waren zusätzlich an der Schlüsselstelle mehrere Hilfeleistungen der Bergretter von in Not geratenen Wanderern notwendig. Auch der Polizeihubschrauber Libelle stieg ein zweites Mal hoch, um einen überforderten Bergsteiger. Der 55-jährige Wiener wurde sicher mittels Tau geborgen und ins Tal geflogen.

Bergekostenversicherung oder Vereinsmitgliedschaft

Die Expertin rät Wanderern eine Bergkostenvorsorge abzuschließen oder einem alpinen Verein (Naturfreunde, Alpenverein) beizutreten. „Denn oftmals werden die Geretteten am Ende noch von den hohen Bergekosten überrascht. Und diese können beispielsweise bei einem Hubschraubereinsatz schon an die 3.000 Euro betragen“, weiß Susanne Gerstl.