Der Tag der Wildbienen in Purgstall. Verein kümmert sich um den Fortbestand wilder Bienenarten.

Von Karin Katona. Erstellt am 22. Oktober 2020 (11:32)

Wer bei Bienen vor allem an Honig und Bienenstöcke denkt, weiß nicht, dass es in Österreich um die 700 Bienenarten gibt, die nicht vom Menschen genutzt werden. Der Purgstaller Mostlandhof war Schauplatz eines Treffens des Vereins Wildbienengarten, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, mit „Wildbienenhotels“ wieder bessere Lebensbedingungen für die winzigen Bestäuber zu schaffen.

„Wir treffen uns im Herbst, um gemeinsam die Nisthilfen zu öffnen, die Kokons zu entnehmen und für den Winter vorzubereiten“, erklärt Obmann Johann Kainz. „Nistplätze finden die Wildbienen zwar natürlich auch eigenständig, durch Schädlinge und Milben kann es bei der Brut jedoch beträchtliche Ausfälle geben.“ Weil die frisch geschlüpften Wildbienen sich in der Natur jedes Jahr einen neuen Nistplatz suchen müssen, sind sie dadurch gleich nach dem Schlüpfen oft noch gestresst und geschwächt.“ Die Wildbienenhotels, die der Verein zur Verfügung stellt, können jedoch geöffnet, gereinigt und immer wieder benützt werden. „Wir überwintern also die Larven und setzen sie im Frühjahr zum Schlüpfen wieder aus. Dann können sie gleich ihr gereinigtes Zuhause beziehen“, sagt Johann Kainz.

„Wer sich Wildbienen nach Hause holt, setzt oft einen Umdenkprozess über den eigenen Garten in Gang.“ Johann Kainz, Obmann des Vereins Wildbienengarten

Wer sich mit Wildbienen beschäftigt, sie mit einem Wildbienenhotel im eigenen Garten aufnimmt, setzt oft einen Umdenkprozess in Gang, erklären Johann und Doris Kainz, die den Verein Wildbienengarten 2013 gegründet haben. „Man versucht, den ganzen Garten bienenfreundlicher zu gestalten. Verzicht auf Pestizide, eine große Anzahl von heimischen, bienenfreundlichen Blumen – davon profitieren natürlich auch Schmetterlinge, andere Insekten und Vögel.“

Elisabeth und Andreas Selner vom Mostlandhof waren heuer erstmals Gastgeber für den Verein Wildbienengarten. „Wir sind schon seit drei Jahren Mitglied im Verein und unterstützen diesen tatkräftig“, verrät Elisabeth Selner. Rund um den Mostlandhof gibt es mit einem Obstbaumlehrpfad mit 650 Bäumen und einem Bauerngarten einen hervorragenden Lebensraum für viele Wildbienenarten. Denn gerade bei der Bestäubung von Obstbäumen spielen die wild lebenden Verwandten der Honigbiene eine große Rolle.

Den Verein Wildbienengarten kann man übrigens durch Spenden oder eine Bienenpatenschaft unterstützen. Dazu gibt es auf www.wildbienengarten.at ein Anmeldeformular.