Bezirk Scheibbs: In Kindergärten fehlt der Platz

Erstellt am 04. Oktober 2022 | 20:00
Lesezeit: 4 Min
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Matthäus Paumann, Felix Enöckl und Manuel Huber toben sich bereits zwei Jahre im Lunzer Kindergarten aus. Ida Enöckl (2. von links) startete im September mit zweieinhalb Jahren ins neue Kindergartenjahr.
Foto: Kindergarten Lunz
Schon 2-Jährige sollen künftig fix einen Platz bekommen. Im Bezirk vor allem für kleinere Gemeinden eine Herausforderung.
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Die Senkung des Kindergarten-Alters auf 2 Jahre, flächendeckende Nachmittagsbetreuung und ein kostenloses Vormittagsbetreuungsangebot schon für 0- bis 2-Jährige: Das sind die wesentlichen Punkte der Kinderbetreuungsreform, die im November beschlossen und bis 2027 in Niederösterreich umgesetzt werden soll. Auf die Gemeinden kommt dadurch eine Menge Arbeit zu: Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) rechnet damit, dass für die Erweiterung des Angebots niederösterreichweit 850 neue Gruppen in Kindergärten und Krippen benötigt werden.

Um den Bedarf in Lunz am See zu decken, werden bauliche Maßnahmen hier bereits geplant. „Derzeit sind wir im Kindergarten voll und haben einen Platz mehr für eine zusätzliche Gruppe, deshalb planen wir bereits einen Zubau“, meint Bürgermeister Josef Schachner. Gespräche mit Architekten und dem Land NÖ laufen bereits. Auch eine Kostenschätzung für die zusätzliche Gruppe und die entsprechend notwendigen Sanitäranlagen gibt es bereits. Rund 400.000 Euro. „Davon werden aber rund 48 % gefördert“, meint der Bürgermeister.

Bedarf sieht er in seiner Gemeinde auf jeden Fall gegeben. „Das Projekt ist natürlich sehr kostenintensiv, keine Frage, aber hat für mich besondere Priorität. Damit wird ein Teil der Betreuungslücke geschlossen werden, betont Schachner.

Eine Herausforderung, besonders für solche mit geringer Einwohnerzahl, sieht der Oberndorfer Bürgermeister Walter Seiberl auf die Gemeinden zukommen.

Neue Kindergartengruppe ist schon wieder voll

In Oberndorf ist erst heuer der neue Kindergartenausbau mit einer zusätzlichen Gruppe eröffnet worden. Mit genug Platz auch für die kommenden Jahre, wie man bei der Planung meinte. „Aber schon jetzt sind wir voll“, seufzt Seiberl. „Sollte es noch mehr Anmeldungen geben, müssen wir die Kinder in anderen Gemeinden unterbringen. Das kann kein Dauerzustand sein.“ Das Gebäude am derzeitigen Standort sei nicht mehr ausbaufähig. „Wenn, dann müssten wir neu bauen“, sagt Seiberl. „Bei den derzeitigen Bau- und Energiekosten keine leichte Sache.“ Der positive Aspekt: „Schön, dass wir viele junge Familien bei uns haben.“

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