Mostviertler Druckerei Queiser erfolgreich saniert

Erstellt am 22. Februar 2022 | 12:42
Lesezeit: 3 Min
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In Scheibbs wird die gesamte Produktion der Queiser GmbH zusammengezogen.
Foto: Christian Eplinger
Der 22.2.2022 ist ein erfreuliches Datum für die Mostviertler Druckerei Queiser mit Standorten in Scheibbs (Produktion) und Amstetten (Vertrieb). Nachdem Ende November 2021 ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung über die Druckerei Queiser GmbH eröffnet worden war, haben die Gläubiger heute (Dienstag) dem vorgelegten Sanierungsplan mit überwältigender Mehrheit zugestimmt.
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Bereits seit der Insolvenzeröffnung hat Stefan Ramharter das Unternehmen mit dem Ziel einer Sanierung fortgeführt und entpsrechend umstrukturiert. "Bei der Tagsatzung am 22. Februar haben die Gläubiger nun dem vorgelegten Sanierungsplan zugestimmt", berichtet Stephan Mazal vom Österreichischen Verband Creditreform.

105 Gläubiger haben insgesamt rund 1,8 Millionen Euro an Forderungen angemeldet, davon wurden 1,7 Millionen Euro anerkannt. In dem Betrag sind aber auch offene Kreditverbindlichkeiten inkludiert, die ganz normal weiterbedient wurden und werden. 30 Prozent dieser Forderungen sind binnen zwei Jahren zu zahlen. Eine Barquote von 10 Prozent ist bis 10. März 2022 zu erlegen, weitere je 10 Prozent binnen einem und zwei Jahren. Auch alle 30 Mitarbeiter bekamen sämtliche offenen Gehaltsforderungen zu 100 Prozent ausbezahlt. „Das Gesamterfordernis für die 30-prozentige Sanierungsplanquote (inklusive Verfahrenskosten) beträgt daher rund 567.000 Euro“, heißt es seitens des Kreditschutzverbandes KSV 1870.

Eigentümer und Geschäftsführer Stefan Ramharter zeigte sich nach der Verhandlung erleichtert: "Wir haben binnen kürzester Zeit einen Sanierungsplan ausgearbeitet und gleich im Dezember begonnen, diesen umzusetzen. Zahlreiche Lieferanten sind auch in dieser herausfordernden Zeit an unserer Seite gestanden. Bei ihnen vor allem aber auch bei unseren loyalen und engagierten Mitarbeitern möchte ich mich aufrichtig bedanken", betont Ramharter.

Corona brachte Umsatzeinbußen von 32 Prozent

Seit 1876 ist der Name Queiser im Mostviertel unmittelbar mit dem Druckereigeschäft verbunden. In den vergangenen Jahren hat das Familienunternehmen zahlreiche Investitionen getätigt und insgesamt acht Firmen übernommen, darunter auch die Traditions-Druckereien Radinger in Scheibbs (2010) und Lahnsteiner in Wieselburg (2011).

Doch dann kam Corona und brachte Umsatzeinbußen von rund 32 Prozent. „Wir hatten 2019 noch einen Jahresumsatz von rund 4,3 Millionen Euro. Der brach mit der Covid-19-Pandemie ein. Bei Messebau und den Veranstaltungen gab es einen Totalausfall, beim Schilderdienst für die Gastronomie und dem Werbe- und Druckbereich allgemein einen starken Rückgang“, erklärte Stefan Ramharter unmittelbar nach Insolvenzeröffnung die Ursachen.

Schon im Vorjahr versuchte man, dieser Entwicklung entgegenzuwirken, und tätigte verschiedene Umstrukturierungen und Maßnahmen. So bündelte Queiser im Sommer des Vorjahres die gesamte Produktion in Scheibbs. Amstetten blieb „nur mehr“ Anlaufstelle für Kunden. Das Gebäude in Wieselburg wurde vermietet.

Künftig zwei Standorte und 19 Mitarbeiter

„Mit der Konzentration auf die Standorte Amstetten als Vertriebsstandort und Scheibbs als Produktionsstandort, sowie der Personalreduktion auf 19 Mitarbeiter soll das Unternehmen nachhaltig saniert werden“, erklärt nun auch Stephan Mazal von Creditreform.

Am angebotenen Leistungsspektrum (Digital- und Offsetdruck sowie Werbetechnik) soll sich nichts ändern. „Wir wollen für unsere Kunden auch zukünftig der kompetente Ansprechpartner für alle Fragen in den Bereichen Druck und Werbetechnik bleiben. Intern und in unseren Arbeitsabläufen werden wir aber entsprechende strukturelle Änderungen vornehmen“, sagt Ramharter und ist für die Zukunft optimistisch: "Die aktuelle Auftragslage ist ausgezeichnet und unsere Kunden vertrauen auch in schwierigen Zeiten auf unsere Kompetenz und unser tolles Team."

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