Zweigeteilter Bezirk Scheibbs: Plus gibts nur im Norden. In den vergangenen 20 Jahren ist die Einwohnerzahl im Scheibbser Bezirk insgesamt um 1,1 Prozent gestiegen. Profitiert hat davon nur die Hälfte der Gemeinden.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 03. März 2021 (04:56)

41.568 Menschen leben zu Jahresbeginn 2021 laut Statistik Austria im Bezirk Scheibbs. Das sind um 154 mehr als noch ein Jahr davor und um 433 mehr als am 1. Jänner 2002. Im Jahresvergleich liegt das Bevölkerungswachstum im NÖ-Schnitt von 0,4 Prozent.

Im 20-Jahres-Vergleich ist der Unterschied zwischen Bezirk und Land schon deutlich größer. Während die Bevölkerung in Niederösterreich seit 2002 um 9,5 Prozent gewachsen ist, liegt das Wachstum im Bezirk Scheibbs bei 1,1 Prozent. Und dieses beschränkt sich auf neun der 16 Bezirksgemeinden.

Die drei W-Gemeinden als großen Gewinner

Profitiert hat vor allem der Norden des Bezirks. Die drei W-Gemeinden – Wolfpassing, Wieselburg und Wieselburg-Land – sind dabei relativ gesehen die großen Gewinner.

In Wolfpassing ist die Bevölkerung seit 2002 um 28,5 Prozent angewachsen. Das sind in absoluten Zahlen: 366 Einwohner. Es gab über die Jahre hindurch ein stetiges Wachstum. 2018 übersprang man dann erstmals die 1.600- Einwohner-Marke. Von 2020 auf 2021 kamen nochmals neun Einwohner hinzu.

Für die nächsten Jahre ist ein neuerlicher Schub zu erwarten, wird doch der großvolumige Wohnbau der Gedesag am Schloss-Areal fertiggestellt und auch die Siedlung am ehemaligen Molkereiareal ist für die Bebauung freigegeben. Sieben von 14 Bauparzellen sind schon vergeben.

Die Statistik
Eplinger

Absolut gesehen ist die Stadtgemeinde Wieselburg mit einer Steigerung der Einwohnerzahl um 889 Hauptwohnsitzer die „Magnet-Gemeinde“ im Bezirk. Alleine im vergangenen Jahr stieg die Einwohnerzahl in Wieselburg um 155 Personen.

Blickt man in die andere Richtung, sind im 20-Jahres-Vergleich vor allem die Gemeinden im Süden des Bezirks die großen Verlierer.

Relativ und absolut gesehen bleibt die Gemeinde Gaming jene Gemeinde mit den größten Abwanderungsproblemen. 2.973 Einwohner zu Jahresbeginn 2021 bedeuten einen Verlust von 664 Einwohner zum Jahr 2002 (-18,3 Prozent). Lunz am See weist das zweitgrößte relative Minus auf, verliert aber in absoluten Zahlen (-254) nur etwas weniger Einwohner als Scheibbs (-227) und Göstling (-191).

Dennoch gibt es in der Gemeinde Lunz einen Hoffnungsschimmer. Im Vergleich der vergangenen beiden Jahre schaffte Lunz eine Trendumkehr. Zum dritten Mal nach 2016 und 2017 gibt es 2021 ein leichtes Einwohnerplus gegenüber dem Vorjahr. Das schaffte von den Gemeinden mit negativer Bilanz nur noch die kleinste Gemeinde im Bezirk. Puchenstuben steigerte die Einwohnerzahl von 2020 auf 21 um sechs Personen.