Gemeinde Gresten ist den Rasern auf der Spur. Da immer wieder Bürger über erhöhte Geschwindigkeiten im Ort klagen, hat Gemeinde zwei Messgeräte angeschafft, die Auswertungen verschiedenster Stellen liefern.

Von Anna Faltner. Erstellt am 19. März 2021 (06:04)
Um das Verkehrsverhalten der Grestner genauer unter die Lupe zu nehmen, haben Bürgermeister Harald Gnadenberger und Amtsleiter Paul Gruber (von links) mobile Geschwindigkeitsmessgeräte an verschiedenen Orten in der Gemeinde – hier in der Ybbsbachstraße – aufgestellt.
Anna Faltner

„Da fährt jemand zu schnell.“ Genau das hören der Grestner Bürgermeister Harald Gnadenberger (SPÖ) und sein Team am Gemeindeamt sehr oft. Und zwar von mehreren Bürgern, die über erhöhte Geschwindigkeiten an unterschiedlichsten Straßenstellen klagen. „Immer wieder tritt die Bevölkerung an uns heran. Deshalb haben wir uns der Sache jetzt angenommen“, erzählt Gnadenberger.

Nach Gesprächen mit der Polizei sowie dem Verkehrssachverständigen stand fest: Zu viele Verkehrsschilder bringen nicht den gewünschten Effekt, genauso wenig wie eine neue Geschwindigkeitsbeschränkung, da die Leute vermutlich ihr gewohntes Tempo fortsetzen. Und so kam ein Geschwindigkeitsmessgerät ins Spiel – empfohlen von der Gemeinde Wolfpassing.

„Wir wollten uns einmal ansehen, wie schnell die Leute wirklich fahren oder ob das nur ein subjektives Empfinden ist, bevor wir Maßnahmen ergreifen“, erklärt der Ortschef. Der Plan von Amtsleiter Paul Gruber: Die beiden mobilen Messgeräte, die übrigens mit Solarstrom betrieben werden, wechseln monatlich ihren Standort. Wohin die Messgeräte kommen, haben die Bürger quasi mit ihren Anregungen selbst entschieden. Nämlich genau dorthin, wo sie den Eindruck haben, dass die Tempolimits nicht eingehalten werden.

Der erste Monat im regulären Betrieb ist mittlerweile fertig ausgewertet. Gemessen wurde etwa beim Bestatter Unterberger in einer 30 km/h-Zone. Das Ergebnis: 47 Prozent der Lenker haben die 30 km/h überschritten – allerdings nicht sehr stark. Die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 12.065 Messungen in dem Bereich lag bei 37 km/h. Der Großteil der Lenker hielt sich zwischen 30 und 40 km/h auf. Deutlich zu schnell war ein Lenker mit 73 km/h – das sind allerdings Ausnahmen.

Die monatlichen Auswertungen übermittelt die Marktgemeinde auch an die Polizeiinspektion Gresten, die die Messgeräte im Ort sehr begrüßt. „Ich höre die Beschwerden auch schon lange, die zum Teil ja auch berechtigt sind, weil es immer ein paar Ausreißer gibt. Wir führen natürlich regelmäßig Radarkontrollen durch“, sagt Polizist Hermann Hackl.

Aber immer und überall ist das leider nicht möglich. Die Messgeräte informieren eventuell über ein paar schwarze Schafe im Verkehr. „Unser Ziel ist es keinesfalls, Leute zu strafen. Wir wollen das Bewusstsein der Grestner ansprechen, sie darauf aufmerksam machen, wenn sie zu schnell sind“, betont der Bürgermeister.