3G am Arbeitsplatz: „Akzeptanz ist hoch“

Die NÖN hörte sich im Bezirk Scheibbs um, wie 3G am Arbeitsplatz bei den heimischen Unternehmen gelebt wird.

Erstellt am 10. November 2021 | 04:00
Firma Wittur
3G-Kontrolle durch Nicole Radinger beim Eingang der Firma Wittur in Scheibbs.
Foto: Wittur

Mittwoch, Schichtwechsel beim größten Arbeitgeber der Region, der Firma ZKW in Wieselburg . Die Securityfirma kontrolliert stichprobenartig die 3G-Nachweise von rund 500 Mitarbeitern. Nur vereinzelte Mitarbeiter (nicht mal drei Prozent) können diesen nicht vorweisen. Sie werden aufgeklärt und müssen an diesem Tag mit FFP2-Maske arbeiten.

„Wir haben alle Mitarbeiter entsprechend informiert und appellieren auch an die Eigenverantwortung. Ich sehe es aber bei uns nicht als großes Thema, da das Verständnis unsere Mitarbeiter bei all diesen Maßnahmen schon bisher groß war“, sagt General Plant Manager des ZKW Stefan Hauptmann und führt unter anderem an, dass bisher in der firmeninternen Teststraße schon über 10.000 Antigentests durchgeführt worden sind. Am 18. November kommt zudem zum zweiten Mal der NÖ Impfbus in die Firma.

„Wir haben alle Mitarbeiter entsprechend informiert und appellieren auch an die Eigenverantwortung"

Nicht ganz so „rosig“ sieht ZKW-Betriebsratsvorsitzender Christian Fußthaler die Situation. Er ortet – wie in der Gesellschaft – auch eine Spaltung in dieser Frage bei den Mitarbeitern. Ein Problem sieht er – und da sind er und Hauptmann auf einem Nenner –, wenn nur mehr PCR-Tests gültig wären. „Die Test-Infrastruktur dafür ist nicht ausreichend vorhanden. Das stellt die betroffenen Arbeitnehmer vor kaum lösbare Probleme“, sagt Fußthaler.

„Eine überstürzte Einführung der 2,5G-Regel sehen wir als Unternehmen sehr kritisch, da die entsprechende Infrastruktur an PCR-Testmöglichkeiten noch fehlt. Hier braucht es ein besseres Angebot und längere Übergangsfristen“, ist auch Stefan Hauptmann überzeugt.

Bei Worthington Industries in Kienberg hat man schon vor Monaten die 3G-Regel eingeführt. „Aus Eigeninitiative zum Wohl unserer Mitarbeiter. Es gibt regelmäßig stichprobenartige Kontrollen. Unsere Mitarbeiter haben Verständnis dafür und halten die Regeln auch ein, wie die Kontrollen zeigen“, freut sich Todd Cesaratto, Pressesprecher von Worthington. Problematischer könnte es aber werden, wenn nur mehr PCR-Tests gelten, auch wenn die Zahl der Geimpften in der Firma tagtäglich steige, sagt Cesaratto. Dennoch: „Wir stellen uns für die kommende Situation betreffend PCR-Tests auf. Die größte Herausforderung wird sein, dass wir die Testergebnisse so rasch als möglich bekommen.“

"Es gibt regelmäßig stichprobenartige Kontrollen. Unsere Mitarbeiter haben Verständnis dafür und halten die Regeln auch ein, wie die Kontrollen zeigen“"

Auch beim Aufzugkomponentenhersteller Wittur in Scheibbs wird stichprobenartig kontrolliert. „Wir haben die Mitarbeiter informiert und appellieren auch zum Tragen von Masken beim Verlassen des Arbeitsplatzes“, erklärt Wittur-Geschäftsführer Christian Weigl. Die Akzeptanz sei zum Großteil bei den Mitarbeitern vorhanden, dennoch „es gibt analog zur Gesellschaft natürlich auch bei uns Diskussionen.“ Bezüglich der eventuell notwendiger PCR-Tests wird Wittur Boxen aufstellen, wo die Mitarbeiter ihre Tests einwerfen können. Wittur sorgt dann dafür, dass diese zu den vorgesehenen Auswertungsstellen gebracht werden.

Bei Welser Profile in Gresten hat man am 2. November alle anwesenden Mitarbeiter kontrolliert. 20 Mitarbeiter sind da schon nicht mehr zur Arbeit gekommen, weil der „Wohnzimmertest“ angeschlagen hatte. „Die Mitarbeiter haben das positiv aufgenommen und hatten alle einen Nachweis mit. Jetzt leben wir das Vertrauensprinzip und überprüfen die 3G nur mehr stichprobenartig“, erklärt Pressesprecher Werner Stoebich, der bei eventuell nötigen PCR-Tests auch das Problem der Verfügbarkeit ortet. „Wir wären für eine firmeninterne Teststraße bereit“, sagt Stoebich.

„Bei 40 Mitarbeitern hält sich der organisatorische Aufwand in Grenzen, trotzdem sind wir froh über die Schonfrist bis zum 14. November

Auch die kleineren Unternehmen der Region trifft die 3G-Pflicht. „Bei 40 Mitarbeitern hält sich der organisatorische Aufwand in Grenzen, trotzdem sind wir froh über die Schonfrist bis zum 14. November“, berichtet Geschäftsführer von Holzbau Winkler Wieselburg Karl Eßletzbichler. Innerhalb der Firma sei es seit Pandemie-Beginn zu keiner einzigen Ansteckung gekommen, die meiste Zeit wird draußen gearbeitet.

Fragen wirft die Regelmäßigkeit der Kontrollen auf: „Laut Verordnung darf nur stichprobenartig kontrolliert werden und nicht mehr. Wenn allerdings nicht ausreichend kontrolliert wird und die 3G nicht eingehalten werden, haftet auch der Arbeitgeber“, verdeutlicht Eßletzbichler die Problematik. Ein internes Testsystem komme nicht in Frage: „Wir haben tolle Testmöglichkeiten in Wieselburg, neben der Teststraße kann man sich in den Apotheken PCR testen lassen.“

Stichprobenartig wird auch bei den Standorten des Lagerhaus Mostviertel Mitte kontrolliert, hier wird auf ein innerbetriebliches PCR-Test-System gesetzt, um die Einhaltung der 3G zu erleichtern. Auch wenn sie bereits geimpft oder genesen sind, testen sich viele Mitarbeiter auch gerne freiwillig, wie Geschäftsführer Erich Reisenbichler berichtet.

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