9,8 Millionen Euro gegen die Fluten investiert. 23 Projekte wurden im Bezirk Scheibbs umgesetzt. 2018 starten Arbeiten in Wieselburg und Wieselburg-Land.

Von Jutta Streimelweger. Erstellt am 29. November 2017 (05:00)
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Hochwasser Wieselburg 2014
Im Mai 2014 war das letzte große Hochwasser in Wieselburg. Die Kleine Erlauf hat dabei das Messegelände in Wieselburg wieder großflächig überflutet. Dennoch haben die zwei Jahre zuvor eingebauten Hochwasserschutzmaßnahmen erste Erfolge gezeigt.
Crepaz/Archiv

500 Hochwasserschutzprojekte wurden seit 2002 im Land NÖ umgesetzt, 23 davon im Bezirk Scheibbs. Rund 9,8 Millionen Euro investieren und investierten Bund, Land und Gemeinden in die Baukosten. Hochwassersicher gemacht wurden die Gemeinden Gresten, Lunz, Purgstall, Gaming und Göstling.

Schutz in Wieselburg und Wieselburg-Land

Geplant ist ein Schutz in Wieselburg und Wieselburg-Land, die Arbeiten sollen 2018 starten. Dieser wird mit fünf Millionen Euro wohl der bisher kostenintensivste Schutz im Bezirk. „Mit den Planungen befinden wir uns derzeit in der Endphase“, berichtet Wieselburg-Lands VP-Bürgermeister Karl Gerstl. 50 Prozent der Kosten werde voraussichtlich der Bund übernehmen, 30 Prozent das Land. „Für uns bleiben dann noch eine Million Euro.“ Die Stadt Wieselburg und Wieselburg-Land teilen sich die Kosten: „700.000 Euro stemmt die Stadt, 300.000 Euro übernehmen wir“, zeigt sich Gerstl stolz auf die Zusammenarbeit.

„Nach dem Hochwasser 2009 ist uns klar gewesen, dass wir etwas machen müssen. Solche Ausmaße kannten wir von der Kleinen Erlauf nicht.“ Gerstl und Wieselburgs SP-Bürgermeister Günther Leichtfried waren sich einig, dass solch ein Projekt nur gemeinsam umgesetzt werden kann: „Schließlich sind Hochwasser auch nicht lokal begrenzt.“ In Wieselburg-Land werden Dämme entstehen, in der Stadt sind eine Schutzmauer sowie mobile Elemente geplant. „Ein Rückhaltebecken war angedacht, die Berechnungen haben aber gezeigt, dass es nicht sinnvoll ist“, berichtet Gerstl weiter.

Hochwasserschutz ökologisch umgesetzt

Hochwassersicher ist bereits Lunz. VP-Ortschef Martin Ploderer ist vor allem stolz auf die ökologische Umsetzung: „Bei uns wurde kein Beton verbaut und alles sehr behutsam gemacht. Inzwischen sieht man fast nichts mehr davon.“ Für den Bürgermeister ist der Lunzer Hochwasserschutz ein Vorzeigeprojekt. „Vor allem die Kooperation mit der Wassercluster war einmalig.“

Ein Ökoprojekt wurde auch in Gresten umgesetzt: „Wir haben den Fluss wieder mehr Raum gegeben“, erklärt SP-Bürgermeister Wolfgang Fahrnberger. Entlang der Kleinen Erlauf sei auch ein Rückhaltebecken angedacht gewesen, dieses scheiterte aber an den Grundbesitzern. „Natürlich hoffen wir dennoch, dass sich hier irgendwann in der Zukunft eine Lösung ergeben wird.“ Angedacht sei weiters, auch das Ökoprojekt in Richtung Gaming weiterzuverfolgen.

In Gaming selbst wurde das Bachbett reguliert. „Die Gestaltung ist wunderschön geworden. Mit dem Hochwasserschutz haben wir uns als Gemeinde an die Klimaveränderungen angepasst“, erklärt SP-Bürgermeisterin Renate Gruber. Ihr ist allerdings klar, dass es blauäugig wäre zu denken, dass mit den umgesetzten Maßnahmen der Hochwasserschutz komplett sei: „Das ist ein laufender Prozess, so wie der Klimawandel.“