Advent: Jedem Ort sein Markt. Vom charmanten kleinen Dorfmarkt bis zum Vorweihnachts-Spektakel: Die Weihnachtsmärkte im Bezirk laden ein.

Von Claudia Christ. Erstellt am 19. November 2019 (03:54)
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Adventzeit ist Weihnachtsmarktzeit im Ötscherland. Dabei stimmt jeder Veranstalter seine Gäste auf seine ganz eigene Weise auf das schönste Fest im Jahr ein: Traditionell und stimmungsvoll präsentieren sich sechs Adventmärkte im Rahmen der „Flammenden Weihnacht“ und „Funkelnden Dorfweihnacht“ unter der Schutzherrschaft der Most- und Eisenstraße.

„Damit wollen wir ein Qualitätsmerkmal für unsere Besucher schaffen, der Advent soll ein gesamtheitliches Erlebnis für die ganze Familie sein“, sagt Claudia Polt vom Mostviertel Tourismus. Dabei wird bei der Auswahl der Aussteller auf Regionalität geachtet. „95 Prozent davon kommen aus dem Mostviertel“, betont Polt. Zudem wird heuer besonderer Wert auf die Kulinarik gelegt. Die Besucher werden bereits beim Eingang des Adventmarktes über das Angebot informiert.

Im Rahmen der „Flammenden Weihnacht“ bietet die „Flammende Familienweihnacht im Schloss Neubruck“ vor der romantischen Kulisse des Töpperschlosses schon am kommenden Wochenende ein reichhaltiges vorweihnachtliches Programm für Groß und Klein. Das Angebot richtet sich vor allem an Kinder: Basteln, Backen, Adventkranz-Binden, Kerzen-Gießen, Kinder-Holzwerkstatt, weihnachtliche Lieder und Geschichten wecken die Vorfreude auf das Christkind.

Klein aber fein, mit viel Charme und stimmungsvollem Ambiente präsentiert sich der Lunzer „Advent im Amonhaus“, heuer erstmaliges Mitglied der „Funkelnden Dorfweihnacht.“ Der Markt ist bekannt für ursprüngliches Handwerk, abseits von Kommerz oder Kitsch. Barbara Eigner vom Tourismusverein Lunz organisiert den Adventmarkt mittlerweile seit 16 Jahren „Wir sind aufgrund des geschichtsträchtigen Hauses platzmäßig eingeschränkt und können maximal 18 Aussteller aufnehmen“, erklärt sie.

Und die Nachfrage an Standplätzen in diesem speziellen Ambiente ist groß, zudem die Anbieter mit den Umsätzen immer „durchaus zufrieden sind“, betont Eigner. Speziell ist die Standgebühr: 25 Euro für zwei Tage plus eine Mehlspeise. „Die ist bei uns Bedingung, denn die süßen Köstlichkeiten verkaufen wir in unserem vereinseigenen Café“, sagt Eigner. Geld, das für weitere Tourismusveranstaltungen verwendet wird.

Als einziger an allen vier Wochenenden geöffnet

Der von der Gemeinde Wieselburg veranstaltete Weihnachtsmarkt im Schlosspark hat im vergangenen Jahr sein 20-jähriges Jubiläum gefeiert. Er ist der einzige Markt im Bezirk, der an allen vier Adventwochenenden geöffnet hat. „Wir wollen nicht stehen bleiben, bieten jedes Jahr neue Attraktionen rund um den Adventmarkt und ein vielfältiges Rahmenprogramm“, sagt Stadtrat Josef Lechner.

Dennoch wolle man auf keinen Fall mit anderen Weihnachtsmärkten konkurrieren: „Jeder hat seine eigenen Stärken, seine eigene Atmosphäre. Es geht nicht darum, den anderen die Gäste wegzunehmen, sondern ein schönes, gemütliches, vorweihnachtliches Ambiente zu bieten“, versichert Lechner. Für heuer wurde die Beleuchtung des Schlossparks erweitert. Erstmals wird es vier gemütliche Sitzhütten zum längeren Verweilen geben.

Seit 1991 gibt es den Adventmarkt in Oberndorf, der sich rund um das „Postamt Christkindl“ entwickelt hat. Ins Leben gerufen wurde das Sonderpostamt vom Ehepaar Erika und Franz Grabner, heute liegt die Organisation in den Händen von Martin Gassner. „Im ersten Jahr hatten wir nur das Sonderpostamt im Foyer des alten Gemeindeamtes. Man konnte Honig, selbst gebackene Kekse und Strohsterne kaufen, Weihnachtslieder wurden gesungen.

Es gab keinen Alkohol. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen“, sagt Martin Gassner ein bisschen wehmütig. „Es war einfach eine echte vorweihnachtliche Stimmung und Besinnlichkeit.“ Dem Adventmarkt, der mit den Jahren immer größer wurde, spricht er seine Berechtigung nicht ab, doch: „Punschkonsum und Perchtenläufe sollten nicht die Oberhand gewinnen.“

Dieser Meinung ist auch Adventmarkt-Organisator Mario Rupf: „Wir wollen keinen Kirtag, sondern einen stimmungsvollen Adventmarkt. Wir haben daher auch schon Standbetreiber abgewiesen.“ Grundsätzlich werden einheimische Standler bevorzugt, nur einige wenige Verkäufer kommen von auswärts: „Es ist uns wichtig, den Bezug zu Oberndorf aufrecht zu erhalten. Der Markt ist von uns Oberndorfern für uns. Gäste sind natürlich willkommen.“

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