Arbeiterkammerwahlen: Werben um die Wähler hat begonnen. Die Kandidaten von FSG und FCG haben mit Verteilaktionen den Wahlkampf nun auch im Scheibbser Bezirk eröffnet.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 13. Februar 2019 (04:00)
FSG, Eplinger, Stadler
Die Bezirks-Spitzenkandidaten für die AKNÖ-Wahlen 2019, von links: Petra Hartmann aus Wieselburg (FSG), Franz Schuhleitner aus St. Anton (FCG) und Richard Punz aus Ruprechtshofen.

Die niederösterreichischen Arbeiterkammerwahlen von 20. März bis 2. April werfen ihre Schatten voraus. Seit der Vorwoche sind die Bezirkskandidaten der beiden großen Fraktionen auch im Scheibbser Bezirk auf Stimmenfang. Der Start erfolgte mit großen Verteilaktionen.

Zwölf Betriebe von Wieselburg über Purgstall bis nach Scheibbs hat NÖAAB-FCG-Spitzenkandidat AK-Vizepräsident Josef Hager gemeinsam mit Bezirksspitzenkandidat Franz Schuhleitner, NÖAAB-Bezirksobfrau Gabriele Langsenlehner und Landtagsabgeordnetem Anton Erber sowie verschiedenen Funktionären und Kandidaten am Donnerstag besucht. „Wir wollen die Arbeitnehmer über unsere Herangehensweise informieren. Denn wir stehen für ein Miteinander von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Es gibt nur ein Geben und Nehmen“, betont Hager, der seit einem Jahr Vizepräsident der AKNÖ ist.

„Stehen für ein Miteinander von Arbeitnehmer und Arbeitgeber.“AKNÖ-Vizepräsident Josef Hager, NÖAAB-FCG

So wie er sich erstmals als Spitzenkandidat einer AK-Wahl stellt, ergeht es auch den NÖAAB-FCG-Spitzenkandidaten in 13 Bezirken. „50 Prozent unserer Kandidaten kandidieren überhaupt zum ersten Mal oder zumindest das erste Mal ganz vorne in ihrem Bezirk“, will Hager frischen Wind in die Kammer bringen und die aktuell 26 Mandate deutlich vermehren.

Auch im Scheibbser Bezirk führt mit Franz Schuhleitner ein neues Gesicht die Kandidatenliste an, wenngleich er kein Unbekannter mehr ist. Nach dem Ausscheiden von Hans Sommer im April 2017 übernahm Schuhleitner, seit 2012 Betriebsratsvorsitzender bei Worthington in Kienberg, dessen Kammerratsmandat im NÖ Arbeitnehmerparlament. „Für uns erfolgte am Donnerstag der Startschuss für die Intensivwahlkampfphase. Ab jetzt stehen zahlreiche Betriebsbesuche, Verteilaktionen und Info-Kampagnen am Programm“, sagt Schuhleitner. Am 7. März wird es übrigens eine große Mostviertel-Wahlkampfveranstaltung im Brauhaus in Wieselburg geben (Beginn 19 Uhr).

Eplinger
Betriebsbesuch der NÖAAB-FCG-Fraktion in der Firma Holzbau Winkler in Wieselburg, von links: Dominic Nemecek, AKNÖ-Vizepräsident Josef Hager, Stadtparteiobmann Werner Tazreiter, Jürgen Hölzl, Gabriele Langsenlehner, Franz Schuhleitner, Karl Eßletzbichler, Anton Erber und Martin Hauer.

Am Montag dieser Woche startete auch die Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter im Bezirk ihre Wahlwerbephase mit Verteilaktionen im City Center Wieselburg und im Einkaufspark Ötscherland in Purgstall. FSG-Bezirksspitzenkandidatin Petra Hartmann aus Wieselburg, seit 2008 bereits Kammerrätin und Nummer fünf auf der von AKNÖ-Präsident Markus Wieser angeführten Landesliste, will zum vierten Mal ins Arbeiterparlament einziehen.

„Gerade in Zeiten wie diesen werden Arbeitnehmer nur allzu oft auf einen bloßen Kostenfaktor reduziert, dahinter stehen aber Menschen mit Zielen, Wünschen und Bedürfnissen. Sie alle haben ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben, dazu gehören vor allem gerechte Einkommen, gleiche Chancen, eine Zukunftsperspektive für unsere Jugend und faire Pensionen“, betont Hartmann ihr Leitmotiv. Die 49-Jährige will sich vor allem für die Bereiche Kinderbetreuung, Abbau der Einkommensunterschiede, leistbares Wohnen und faire Gehälter einsetzen.

Aktuell hat die FSG mit Petra Hartmann, Karl Heinz Hintersteiner und Christian Fußthaler drei Kammerräte aus dem Bezirk. Drei sollte sie nach den Wahlen wieder stellen, wobei mit Manfred Mairhofer, Betriebsratsvorsitzender der Brauerei Wieselburg, ein neuer Kammerrat dazukommt. Dafür muss Fußthaler um sein Mandat zittern. Denn er findet sich nur am 67. Listenplatz. „Ein Kampfmandat“, lächelt Hartmann und hofft auf Zugewinne der FSG-Fraktion, die aktuell 67 der 110 Kammerräte stellt.

Deutlich dazugewinnen wollen auch die Freiheitlichen Arbeitnehmer. Aktuell hält die Fraktion FA-NÖ bei zehn Mandaten, das sind 9,7 Prozent.

„Unser Ziel sind zumindest 15 Prozent, was insgesamt 16 Mandaten entsprechen würde“, betont Richard Punz. Der 28-jährige Ruprechtshofner Gemeinderat und Mitarbeiter des Freiheitlichen Landtagsklubs ist Spitzenkandidat der Freiheitlichen Arbeitnehmer im Mostviertel. „Wir planen gerade unseren Wahlkampf, der uns natürlich auch in die Betriebe des Mostviertels führen wird. Die nächsten Wochen werden daher sehr intensiv sein. Ich bin aber davon überzeugt, dass sich unser Einsatz auch schon in der gesamten Periode beim Wahlergebnis entsprechend positiv auswirken wird“, sagt Punz.