Arbeitsmarkt am Niveau von 2017. Genau ein Jahr nach Beginn der Corona-Krise zählt das Arbeitsmarktservice Scheibbs (AMS) Ende März nur mehr halb so viele Arbeitssuchende wie vor einem Jahr.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 06. April 2021 (17:23)
Symbolbild
APA (Pfarrhofer)

Ende März sind mit 754 Personen exakt um 791 weniger auf Jobsuche als Ende März des Vorjahres. Das ist ein Rückgang um 51,2 Prozent – der relativ gesehen höchste Rückgang in ganz Niederösterreich. Am nächsten kommen noch die Bezirke Zwettl (-46,6 Prozent), Waidhofen (-45,6 Prozent) und Melk (-45,5 Prozent). „Wir müssen allerdings beachten, dass der Rückgang großteils ein Basiseffekt ist, da der Vergleichswert Ende März 2020 mitten in den ersten Lockdown gefallen ist“, relativiert Sepp Musil, Leiter des AMS Scheibbs.

Aufgrund der anhaltenden Gesundheitskrise und der damit verbundenen wirtschaftlichen Einschränkungen bleibe die Situation aber weiterhin angespannt, weiß Musil. Nichtsdestotrotz sieht er auch gegenüber dem Vormonat eine deutliche Verbesserung. Inklusive Schulungsteilnehmer ging die Zahl der Jobsuchenden beim AMS um 716 Personen (-43,5 Prozent) gegenüber Ende Februar 2021 zurück.

„Die fallende Tendenz bei den Arbeitslosen, besonders bei den Jugendlichen, zeigt uns aktuell ein deutlich positiveres Bild als noch vor einigen Wochen. Insgesamt liegen wir aktuell wieder auf dem Niveau von März 2017. Da zählten wir im Bezirk 767 Jobsuchende“, schildert Musil. Die Arbeitslosenquote im Bezirk liegt Ende März bei 4,2 Prozent und damit deutlich unter dem NÖ-Wert.

Frauen & Langzeitarbeitslose mehr betroffen

Insgesamt hat die Krise aber die Frauen stärker betroffen als die Männer. Deutliche Spuren hinterlässt sie jedoch bei der steigenden Langzeitarbeitslosigkeit. 96 Personen sind im Bezirk schon länger als ein Jahr auf Jobsuche. „Wir müssen alles tun, um den Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit einzudämmen“, erklärt Musil. Neben konsequenter Vermittlung hat das AMS das Angebot an Schulungen in Zukunftsberufen ausgeweitet. 178 Jobsuchende nutzen aktuell das Qualifizierungsangebot des AMS Scheibbs. Das sind um 72,8 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Erfreulich ist der Wert der offenen Stellen. Der liegt mit 417 deutlich über dem Vorjahreswert. „Alleine die Scheibbser Betriebe haben dem AMS im März 245 freie Stellen gemeldet“, freut sich Sepp Musil.