Auch ohne Raiba-Filiale: Die Bankomaten bleiben. Die Bargeldversorgung soll auch ohne Raiba-Filiale sichergestellt sein. Angebot an Gemeinden.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 28. Februar 2018 (05:00)
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Am Freitag, 4. Mai, werden die Filialen der Raiffeisenbank Mittleres Mostviertel in Reinsberg, St. Anton/Jeßnitz und St. Georgen/Leys so wie weitere sieben Bankstellen in den Bezirken Melk und St. Pölten-Land das letzte Mal geöffnet haben (die NÖN berichtete). Seit Bekanntwerden dieses Entschlusses laufen die Gespräche zwischen den Vertretern der Raiba und der Gemeinden auf Hochtouren. Denn es geht vor allem um die künftige Bargeldversorgung in den betroffenen Gemeinden.

„Ursprünglich war geplant, auch zehn Bankomaten in unserem Gebiet abzubauen, darunter auch jene in Reinsberg und St. Anton. Davon sind wir jetzt abgekommen. Auch wir lernen. Wenn die Gemeinden bereit sind, einen Beitrag zu leisten, werden wir die Bankomaten weiter betreiben“, erklärt Raiffeisenbank-Vorstandsdirektor Johann Vieghofer der NÖN.

Das Angebot der Raiba an die Gemeinden: Wenn die Gemeinden einen Ort für den Bankomaten kostenlos zur Verfügung stellen und 200 Euro pro Monat beisteuern, dann bekommen diese Gemeinden ab 1. Jänner 2019 einen neuen Bankomaten mit Standortgarantie für weitere fünf Jahre.

„Alle fünf Jahre müssen die Bankomaten auch aufgrund der Softwarelizenzen erneuert werden. Heuer ist es wieder so weit. Daher war der Abbau an diesen zehn Standorten geplant. Aber wenn beide Seiten einen Beitrag leisten, dann wollen wir die Bargeldversorgung auf diesem Weg sicherstellen, selbst wenn das für uns noch lange nicht kostendeckend ist. Nach zumeist positiven Gesprächen mit den betroffenen Bürgermeistern haben wir uns für dieses Angebot entschieden“, sagt Vieghofer.

„Besser als ganz ohne alles übrig zu bleiben“

Für die Gemeinden ein durchaus annehmbarer Vorschlag, wie auch St. Antons Bürgermeisterin Waltraud Stöckl (ÖVP) bestätigt. Dort hat der Gemeinderat bereits eine Resolution für die Erhaltung des Bankomaten verabschiedet und auch Unterschriften dafür gesammelt. „Natürlich wäre es uns allen lieber, wenn die Bankfiliale erhalten geblieben wäre. Aber wenn zumindest der Bankomat bleibt, dann ist wenigstens die Bargeldversorgung in der Gemeinde sichergestellt“, sagt Stöckl. Der Bankomat-Standort direkt beim Gemeindeamt soll sich in St. Anton nicht ändern.

Auch bei der bereits durchgeführten Ortsversammlung zeigte sich, dass die St. Antoner mit der angestrebten Lösung halbwegs zufrieden wären. Der Gemeinderat wird das Angebot der Raiffeisenbank daher in der nächsten Sitzung am Freitag annehmen. Gespräche laufen derzeit noch, ob es ein Übergangs-Service – eine Art Botendienst für Überweisungen – für die älteren Bankkunden geben wird. Dies ist etwa für Schwarzenbach angedacht.

In Reinsberg will man sogar noch einen Schritt weiter gehen. „Wir sind gemeinsam mit der Raiffeisenbank bei der Ausarbeitung eines Konzeptes, das wir bei der Ortsversammlung am Mittwoch präsentieren wollen. Die Raiffeisenbank zeigt sich sehr kooperativ, daher werden auch wir alles daran setzen, die Bargeldversorgung bei uns entsprechend sicherzustellen“, erklärt Bürgermeister Franz Faschingleitner (ÖVP).

Am St. Antoner Gemeindeamt wird zumindest das Bankomatzeichen erhalten bleiben.
Eplinger

Kein solches Angebot der Raiffeisenbank gibt es in St. Georgen/Leys. Dort war der Abbau des Bankomatens nicht im Konzept vorgesehen. Der Bankomat bleibt, die Gemeinde erspart sich Kosten.

Übrigens: Falls sich bei der Gesetzeslage etwas ändern sollte und Banken künftig Bankomatgebühren verrechnen dürfen, dann könnte es für die betroffenen Gemeinden etwas günstiger werden. „Das müssen wir uns dann anschauen, wenn es so weit ist“, erklärt Vieghofer.