Ausreisekontrollen: „Leute haben sich daran gewöhnt“

Mehr als 2.500 Personenkontrollen an den ersten vier Tagen im Bezirk Scheibbs. Bezirkspolizeikommandant Thomas Heinreichsberger ortet im NÖN-Gespräch geteiltes Verständnis bei den Fahrzeuginsassen.

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 05:54

NÖN: Seit Samstag gibt es im Bezirk Scheibbs wieder Ausreisekontrollen. Wie sind sie bisher verlaufen?

Thomas Heinreichsberger: Die Kontrollen verlaufen den Umständen nach sehr gut, es kam noch zu keinen negativen Zwischenfällen. Bis Dienstagabend haben wir bereits 1.585 Fahrzeuge mit 2.581 Personen an Bord kontrolliert. Dabei gab es bis Montag – bis dahin lief die Übergangsfrist – lediglich vier Abmahnungen, weil die Ausreisevoraussetzungen nicht erfüllt waren. Am Dienstag verzeichneten wir sechs Ausreiseverweigerungen und eine Anzeige.

Ist das Verständnis bei den Autofahrern vorhanden?

Heinreichsberger: Das Verständnis bei den Kontrollen ist geteilt. Geimpfte Personen haben – soweit spürbar – eine höhere Akzeptanz als Ungeimpfte.

Wie unterscheiden sich die Ausfahrtskontrollen aktuell von jenen im April?

Heinreichsberger: Der Unterschied ist insofern bemerkbar, dass die Bevölkerung nicht mehr überrascht ist von den Kontrollen. Diese finden ja auch an anderen Örtlichkeiten statt wie in Supermärkten, der Gastronomie oder bei Veranstaltungen. Die Leute haben sich an die Kontrollen gewöhnt.

Aktuell werden die Straßenzüge zwischen den Bezirken Scheibbs und Melk nicht kontrolliert – damit bleiben insgesamt weniger Kontrollpunkte über. Wie viele hat man jetzt im Vergleich zum April?

Heinreichsberger: Die Anzahl der Checkpoints beträgt weiterhin rund 20. Jene im Bezirk Melk sind ebenfalls aufgebaut, lediglich nicht aktiviert. Aber das kann sich ja täglich ändern, wenn einer der beiden Bezirke die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt. Zudem besteht die Möglichkeit, dass auch andere angrenzende Bezirke wie etwa Lilienfeld demnächst Kontrollen durchführen müssen. Aktuell konzentrieren sich unsere Kontrollpunkte aber auf die Ausfahrtsstraßen in die noch nicht betroffenen Bezirke.

Welche Einsatzkräfte unterstützen die Beamten des Bezirks?

Heinreichsberger: Die Bezirkskräfte werden durch Kräfte des Bildungszentrums Ybbs sowie seitens der Bereitschaftseinheit unterstützt.