AUVA Arbeitsunfallstatistik: Entgegen dem Landestrend. Die Zahl der Arbeitsunfälle und der Krankenstandstage im Scheibbser Bezirk nahm im Vorjahr zu.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 30. Mai 2019 (05:40)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Symbolbild
Pumbbg/Shutterstock.com

333 Arbeitsunfälle ereigneten sich 2018 im Scheibbser Bezirk. Das sind um 25 mehr als im Jahr davor und entspricht einem Schnitt von 26,09 Arbeitsunfälle pro 1.000 Beschäftigungsverhältnissen. Damit liegt der Scheibbser Bezirk deutlich über dem Landesschnitt von 22,83 Arbeitsunfällen pro 1.000 Arbeitnehmern, wie die jüngst von der AUVA veröffentlichte Arbeitsunfallstatistik zeigt. Auch die Zahl der durchschnittlichen Krankenstandstage nach einem Arbeitsunfall ist im Vorjahr von 19,52 auf 22,89 Tagen gestiegen. Hier liegt man leicht über dem NÖ-weiten Trend.

„Die AUVA hat in den letzten Jahren ihr Rehab-Angebot entsprechend verbessert. Das nutzen die Arbeitnehmer, haben dadurch auch längere Krankenstände, kommen aber besser erholt wieder zurück in die Arbeit“, interpretiert Martin Gassner, Leiter des Servicecenter Scheibbs der NÖ Gebietskrankenkasse diese Zahlen.

 „Sicherheit steht bei uns ganz oben. Die meisten Arbeitsunfälle passieren durchs Hudeln. Daher: Zeit nehmen, denken und dann handeln.“ Günther Ehrgott, Betriebsleiter Worthington Kienberg

 Insgesamt gesehen (Arbeitsunfälle und normale Erkrankungen) würde im Bezirk Scheibbs die Zahl der Krankenstandstage eigentlich sinken. Waren es vor zehn Jahren noch im Schnitt 14 Krankenstandstage, so liegt dieser Wert 2018 bis 12,27 Tagen. Warum die Zahl der Arbeitsunfälle steigt, kann sich Gassner nicht erklären. „Das verwundert mich auch ein wenig, da unsere Unternehmen sehr auf das Thema Sicherheit setzen“, betont Gassner.

NOEN

Ein Betrieb, bei dem Sicherheit oberste Priorität hat, ist Worthington Cylinders in Kienberg. Dort hat man die Zahl der Arbeitsunfälle in den vergangenen Jahren auch immer deutlich senken können. Im Geschäftsjahr 2018 waren es bei Worthington gerade mal sechs meldepflichtige Vorfälle. Und auch dabei handelte es sich nur um leichtere Verletzungen. Dennoch jeder Arbeitsunfall sei ein Unfall zu viel, sagt Worthington-Kienberg-Betriebsleiter Günther Ehrgott. „Bei uns lautet die Devise: Sicherheit, Qualität und Produktivität – in genau dieser Reihenfolge. Das betonen wir auch gegenüber unseren Mitarbeitern immer wieder und wollen damit ihr Bewusstsein schärfen, denn die meisten Arbeitsunfälle passieren durchs Hudeln. Daher: Zeit nehmen, denken und dann handeln. Auch das gesamte Managementteam steht hinter dieser Devise“, erklärt Günther Ehrgott gegenüber der NÖN.