Bus-Chaos-Beseitigung auf allen Linien. Nach Verkehrsgipfel konnten bereits erste Verbesserungen präsentiert werden. Offene Probleme werden aufgearbeitet.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 17. September 2019 (04:35)
ÖVP Bezirk Scheibbs
VOR-Geschäftsführer Wolfgang Schroll (Mitte links) mit Johann Wischenbart und Bernhard Zehetgruber von der NÖ.Regional.GmbH. und Landtagsabgeordneten Anton Erber sowie den Gemeindevertretern aus dem Scheibbser Bezirk beim Verkehrsgipfel vergangenen Dienstag in Scheibbs.

Das mit der Neuausschreibung des Bussystems im Mostviertel ausgelöste Bus-Chaos zu Schulbeginn war in den letzten Tagen das zentrale Gesprächsthema quer durch den Bezirk (die NÖN berichtete).

Bereits am vergangenen Dienstag gab es in Scheibbs auf Einladung von VP-Landtagsabgeordneten Anton Erber einen ersten Verkehrsgipfel von Gemeindevertretern aus dem Bezirk mit dem Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Ost-Region Wolfgang Schroll. Dieser entschuldigte sich für die aufgetretenen Probleme und bedauerte die offenbar zu geringe Kommunikation im Vorfeld.

Gleichzeitig versprach Schroll, dass sich die VOR-Verkehrsplaner jedes gemeldete Problem genau anschauen werden, und konnte bereits erste Lösungen präsentieren. Im Laufe der Vorwoche wurden dann noch mehr Lösungsansätze gefunden, sodass teilweise die Busse schon wieder die gewohnten Strecken befahren und Haltestellen anfahren. „Weitere Gefahrenpunkte und Verbesserungen werden zügig aufgearbeitet“, verspricht Schroll.

„Geben unser Bestes bei Suche nach Lösungen“

Ob sich alle Probleme lösen lassen, sei aber nicht sicher. „Wir werden unser Bestes geben, aber bei 600 Buslinien und über 8.000 Haltestellen in ganz Niederösterreich ist es auch für unsere Planer eine Mammutaufgabe, alle Verbindungen optimal aufeinander abzustimmen“, erklärt VOR-Pressesprecherin Christina Bachmaier.

Dass es Fehler in der Vorbereitung gegeben hat, gesteht Christina Bachmaier im NÖN-Gespräch. Noch dazu sei eine Änderung des Fahrplanes genau mit Schulbeginn sicher nicht der optimale Zeitpunkt – „auch wenn es für Fahrplanänderungen generell keinen guten Zeitpunkt gibt“, weiß Bachmaier.

Knapp zwei Jahre Vorlaufzeit hätte es für die Neuregelung der Fahrpläne und Buslinien in den sieben VOR-Losen im Mostviertel gegegeben. Bereits im Juni hätten die VOR-Planer in Zusammenarbeit mit der NÖ.Regional.GmbH Gemeinden und Schulen über die Neuregelung informiert und gebeten, auf die Änderungen hinzuweisen, beziehungsweise sich diese genau anzuschauen.

Änderungen, die grundsätzlich eigentlich Positives mit sich bringen sollten: 124 neue, modernst mit WLan- und USB-Anschlüssen ausgestattete, klimatisierte, behindertengerechte und einheitlich gebrandete neue Busse, dazu 1,2 Millionen Buskilometer mehr pro Jahr durch Ausweitung der Kurse. „Wir waren vielleicht aufgrund dieser Verbesserungen und der langen Planungszeit zu euphorisch. Umso mehr schmerzt es uns selbst, dass jetzt solche Probleme entstanden sind“, sagt Bachmaier, gibt aber zu bedenken, dass diese Änderungen alleine im Mostviertel 54 Gemeinden betroffen haben.

Die Probleme sind zum Teil auch durch die Vorgaben aufgetaucht. Denn zum einen sollte ein Parallelverkehr von Bahn und Bus vermieden werden und zum anderen ist eine Vorgabe auf öffentlichen, für jeden nutzbaren Linien – und dazu zählen die VOR-Schulbuslinien – einen Taktverkehr einzuhalten.

Erber: "Probleme so rasch als möglich lösen"

Zum anderen hätten sich auch Probleme bei der Koordination von öffentlichen Linienverkehr und dem Schülergelegenheitsverkehr, für den die Gemeinden extra beim Ministerium ansuchen müssen, ergeben. „Dafür gibt es ganz andere Richtlinien. Der Gelegenheitsverkehr darf viel mehr als der Linienverkehr. So zum Beispiel bedarf es beim Gelegenheitsverkehr keiner konzessionierten Haltestellen, außerdem dürfen diese Busse auch zurückschieben“, erklärt Bachmaier. Hinzu komme, dass sich gerade beim Schülerverkehr die Kundenströme alljährlich ändern können.

Das dürfe allerdings nicht als Ausrede gelten, wie Landtagsabgeordneter Anton Erber betont. Er fordert , dass in Zukunft gerade bei Umstellungen des Linienbus- und des Gelegenheitsverkehrs von einer Hand koordiniert werden. „Wichtig ist jetzt, dass alle Probleme so rasch als möglich erfasst und gelöst werden. Die Tage werden kürzer – es kann nicht sein, dass Volksschulkinder im Finsteren auf Bundesstraßen unterwegs sind oder diese überqueren müssen“, betont Erber.

Um schnellstmögliche Lösungen zu finden, arbeiten die VOR-Planer wieder auf Hochtouren. „Wenn noch wo Probleme auftreten, dann bitten wir um Meldungen per E-Mail an kundenservice@vor.at mit genauen Angaben von Linie, Start- und Ziel sowie Zeitpunkt und einer Kontaktnummer für Rückfragen“, sagt Bachmaier.