Corona & Schulen: Nicht alle sind happy

Laut Bildungsregion ist man im Bezirk Scheibbs mit dem Anteil des Präsenzunterrichts zufrieden. Eltern vermelden anderes.

Erstellt am 16. Februar 2021 | 18:08
Die Maske gehört zum Schulalltag mittlerweile dazu
Die Maske gehört zum Schulalltag mittlerweile dazu
Foto: APA (dpa)

„In der Volksschulklasse meines Sohnes sind nur die Hälfte der Kinder da. Alle anderen nehmen nicht am Präsenzunterricht teil. Das ist aber kein Einzelfall, wie mir Eltern aus anderen Schulen mitteilen“, meldete sich eine Mutter eines Volksschülers aus Oberndorf, die namentlich nicht in der Zeitung genannt werden will, bei der NÖN. Auch in der benachbarten NMS würden viele Eltern ihre Kinder zu Hause lassen.

Der Grund dafür: „Wir sind mit den Zwangstests nicht einverstanden. Das geht in Richtung Gesundheitsdiktatur. So diskriminiert man Kinder“, behauptet die Mutter und weist auf Unterschriftenlisten hin, die im Bezirk unterwegs seien. Auch manche Elterninitiativen hätten sich schon gegründet, die an alternative Bildungswege denken.

Von solchen Initiativen oder Unterschriftenlisten wisse man nichts, heißt in der Bildungsregion Mostviertel auf NÖN-Anfrage. „Es gibt Eltern, die ihre Kinder partout nicht testen lassen wollen. Aber deren Anteil ist nicht so hoch, wie kolportiert wird. An manchen Standorten sind im Volksschulbereich sogar 100 Prozent der Schüler anwesend. Und auch im Mittelschulbereich sind nur vereinzelt Schüler im Home-Learning“, erklärt Josef Hörndler, Leiter der Bildungsregion Mostviertel.

„Eltern überschreiten hier die Grenzen“

Schul-Qualitätsmanager Wolfgang Schweiger, der die Schulen in Wieselburg und Oberndorf betreut, weiß, dass es an beiden Standorten einige Eltern gebe, die mit den „Nasenbohrertests“ nicht einverstanden sind, aber von halb leeren Klassen könne er nicht berichten. „Wir hatten einige Eltern, die sehr schroff aufgetreten sind. Aber da muss man die Eltern erinnern, dass sie hier Grenzen überschreiten und nicht die Schule“, sagt Schweiger. Denn, ob die Kinder am Präsenzunterricht teilnehmen, sei ein Wahlrecht – mit der Auflage der Testungen.

In Wieselburg, wo einige Eltern ihre Kinder zur Schule schicken, aber ihnen keine Einverständniserklärung zu den Tests mitgegeben hätten, habe man eigene Betreuungsklassen eingerichtet. „Wir können nicht ungetestete und getestete Kinder zusammenlassen. Wir können sie aber auch nicht auf der Straße stehen lassen“, sagt Schweiger und will den Konflikt nicht am Rücken der Kinder austragen.

Informiert habe er die Eltern aber, dass alle Kinder einen Leistungsnachweis erbringen müssen. „Das kann sein durch Aufgaben, die sie im Home-Learning machen, oder aber auch durch eine Leistungsfeststellungsprüfung am Schluss des Schuljahres“, erklärt Schweiger.