Coronavirus: Unternehmen streichen Dienstreisen. Verstärkte Hygienevorschriften, kürzere Putzintervalle und keine Dienstreisen nach China oder in andere betroffene Länder. Heimische Unternehmen nehmen Coronavirus ernst.

Von Claudia Christ, Karin Katona und Christian Eplinger. Erstellt am 02. März 2020 (12:00)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Symbolbild
Shutterstock.com/maxyM

Obwohl das Coronavirus bis dato noch nicht den Bezirk Scheibbs erreicht hat, nimmt es bereits Einfluss auf die innerbetrieblichen Angelegenheiten bei den heimischen Leitbetrieben. Die aktuellen Entwicklungen werden genau beobachtet. In vielen Firmen wie etwa bei ZKW in Wieselburg, Wittur in Scheibbs, Welser in Gresten oder Worthington in Kienberg gibt es verstärkte Hygienemaßnahmen.

„Die Gesundheit unserer Mitarbeiter ist für uns das Wichtigste. Unsere Belegschaft ist daher zu besonderer Achtsamkeit aufgerufen worden. Dazu gehören verstärktes Händewaschen und die Benutzung der Desinfektionsspender“, erklärt Oliver Schubert, CEO der ZKW Group. Dazu habe ZKW in Wieselburg für die laufende Einschätzung der Lage eine Task Force und eine zentrale Koordinationsstelle eingerichtet. „Wir sind in Kontakt mit lokalen Gesundheitsbehörden, Fachfirmen und Arbeitsmedizinern, um die Risiken zu minimieren“, betont Schubert.

Hygienevorschriften  verschärft

Bei Wittur hat man an alle Mitarbeiter das Informationsblatt „Coronavirus – Risiken minimieren“ verteilt. Exponierte Stellen wie Türgriffe werden in kürzeren Intervallen gereinigt. Bei Worthington beriet am vergangenen Donnerstag das Management des Kienberger Stahlflaschenkonzerns mit der Betriebsärztin über mögliche und notwendige Sicherheitsmaßnahmen und um den bestehenden Notfallplan zu überprüfen. „Derzeit befinden wir uns noch in der Phase eins, in der alles seinen gewohnten Gang nimmt“, erklärt Firmensprecher Todd Cesaratto. Einzig die Hygienevorschriften wurden im Werk in Kienberg verschärft. Das hat eine erhöhte Reinigungsfrequenz und das Aufstellen zusätzlicher Desinfektionsvorrichtungen zur Folge.

Alle Leitbetriebe haben zudem geplante Dienstreisen nach China, Japan, Italien oder in andere gefährdete Gebiete strikt verboten. „Insgesamt werden aktuell alle Reisen auf ein Minimum reduziert“, sagt Michael Bach, Geschäftsführer von Wittur Austria. Aber auch Werksbesuche von Personen aus diesen Regionen sind derzeit in den heimischen Unternehmen untersagt. Wirtschaftliche Auswirkungen würden die heimischen Unternehmen bislang noch nicht unmittelbar spüren. „Dennoch, der Aufwand für die Lieferungen von Waren sowohl von Lieferanten als auch an Kunden ist massiv gestiegen“, weiß Bach.