Das neue Gesicht der Bezirksbauernkammer. Franz Rafetzeder aus Wechling ist mit 34 von 36 Stimmen zum Obmann gewählt worden.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 27. Mai 2020 (04:56)
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Die Scheibbser Bezirksbauernkammer hat seit der Vorwoche endgültig ein neues Gesicht an der Kammerspitze. Franz Rafetzeder, 45-jähriger Bio-Bauer aus Wechling (Wieselburg-Land), ist neuer Bezirksbauernkammerobmann und folgt damit dem Scheibbser Anton Krenn, der bei den Kammerwahlen im März nicht mehr angetreten ist.

Der NÖ Bauerbundfunktionär erhielt bei der konstituierenden Kammervollversammlung, bei der 37 von 38 Bezirkskammerräten anwesend waren, vor den Augen von Präsident Johannes Schmuckenschlager ein überzeugendes Votum: 34 Kammerräte wählten Rafetzeder, es gab zwei Streichungen. Ein Kammerrat enthielt sich der Stimmabgabe.

Als Obmann-Stellvertreter bestätigte die Kammervollversammlung mit jeweils 32 von 36 Stimmen Bezirksbäuerin Maria Zulehner aus Purgstall und Franz Aigner aus Lunz (beide Bauernbund). Christa Hintersteiner aus Purgstall und Gabriele Scholler aus Randegg wurden zu Schriftführerinnen gewählt.

Corona-bedingt nahmen Präsident Schmuckenschlager und Obmann Rafetzeder alle Angelobungen der Funktionäre und Kammerräte nur mit einem Kopfnicken statt eines Handschlages vor. „Das ist natürlich schon sehr bitter, denn jeder weiß, was gerade in der Bauernschaft ein Handschlag zählt“, betonte der neu gewählte Obmann.

Neben dem Hauptausschuss, dem neben Obmann und den beiden Stellvertretern auch Martin Eppensteiner, Elisabeth Görlitzer und Alois Fröschl angehören, wird es so wie in der vergangenen Periode auch sechs Fachausschüsse geben. Diese sollen sich noch im Juni konstituieren, da einige „brennende Themen“ anstehen.

Den Fachausschüssen wies die Kammervollversammlung mit vier Gegenstimmen auch die drei vom Unabhängigen Bauernverband eingebrachten Dringlichkeitsanträge zu. Gefordert haben die UBV-Kammerräte die Übernahme der bäuerlichen Sozialversicherungsbeiträge 2020 durch die öffentliche Hand, die Freigabe der Biodiversitätsflächen und faire Spielregeln für Wald- und Forstbetriebe.

„Wir alle präsentieren die Landwirtschaft“

„Mir ist es wichtig, dass alle mit im Boot sind. Der Obmann ist das Gesicht für die Bauernkammer, aber als Sprachrohr für die Land- und Forstwirtschaft müssen wir alle gemeinsam agieren. Wir vertreten die Landwirtschaft als Kollegialorgan“, betonte Franz Rafetseder in seiner Antrittsrede. Seine Türen seien stets für alle Anliegen, Wünsche und Ideen offen. Er erwarte sich daher auch eine offene und vor allem direkte Kommunikation, aber auch, dass sich die Kammerräte entsprechend informieren und die Angebote der Kammer nutzen.

Der Familienvater, der in Wechling den Grubhof bewirtschaftet (35 Hektar, Biolandwirtschaft, Kalbinnen- und Ochsenmast sowie etwas Forst), hat nach seiner Ausbildung am Francisco Josephinum ein Betriebswirtschaftsstudium an der WU Wien absolviert, ist freiberuflicher Trainer in der Erwachsenenbildung und seit 2016 auch Bio-Kontrolleur, wobei er künftig nicht mehr in den Bezirken Scheibbs und Melk tätig sein wird.