Das Weihnachtsessen: Was Profis zuhause kochen

Viel Arbeit, wenig Zeit zum Feiern – doch Köche bleiben entspannt.

Erstellt am 17. Dezember 2019 | 05:00
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Foto: NOEN

Dass sie uns in der Weihnachtszeit mit köstlichen Menüs verwöhnen, ist für uns schön, aber selbstverständlich. Aber wer steht bei den Köchen für das private Weihnachtsessen am Herd? Die NÖN hat bei einigen prominenten Köchen aus dem Bezirk nachgefragt.

Robert Scharner aus Purgstall ist sowohl als Koch als auch als Darsteller bei der Dinner-Show „Agricola“ auf dem Ramsauhof während der Feiertage sehr eingespannt. Zuhause gehen er und Ehefrau Tanja es mit dem Weihnachtsessen locker an. Alles ist stressfrei – mit der richtigen Planung, lautet das Motto der beiden.

Am 24. Dezember trifft sich die Familie – gemeinsam mit Robert Scharners Geschwistern – zum Stosuppen-Essen bei den Eltern. Am Abend gibt es Karpfen bei der Mutter von Tanja Scharner. „Zuhause koche ich selten“, gibt der Ramsauhof-Chefkoch zu.

„Ich sage immer, mit den kleinen Töpfen tue ich mir zu schwer.“ Seine Aufgabe: „Ich hole den Karpfen vom Teichwirt und lege ihn bei meiner Schwiegermutter in die Küche. Das ist aber auch schon alles.“ Am 25. Dezember laden die Scharners ihre zwei Patenkinder samt Eltern zum „Godentag“ ein. Am Herd steht dabei Tanja Scharner, die ihre Gäste verwöhnt, während ihr Mann zwischendurch zur Arbeit muss.

„Den Heiligen Abend genieße ich ganz entspannt daheim bei meiner Familie, mit Canapés und Raclette.“Ranate Schaufler, Köchin beim Bärenwirt in Petzenkirchen

Bei Richard Heigl, Chefkoch in der Kartause Gaming, geht es am Heiligen Abend ebenfalls gemütlich zu. Im Haus seiner Eltern in Reinsberg sitzt die Familie beim traditionellen Karpfen mit Mayonnaise rund um den Esstisch. Gekocht wird zuhause gemeinsam. Die Weihnachten seiner Kindheit hat der Reinsberger in besonders schöner Erinnerung: „Da war die ganze Familie, alle Verwandten, im Haus meiner Großeltern, im Grafen-öd, versammelt. Da waren dann oft so an die 60 Leute.“ Jetzt kommt am Heiligen Abend nur mehr die Kernfamilie mit Richard Heigl, seinen Eltern und Geschwistern zusammen.

Bei Stefan Huebner, seit fünf Jahren Chef im gleichnamigen Familien-Gasthaus in St. Georgen/Leys, hat zu Weihnachten Spontanität Tradition: „Ich kann beim besten Willen noch nicht sagen, was ich kochen werde. Es ist jedes Jahr etwas anderes. Die Entscheidung fällt ungefähr eine Woche vorher.“ Kulinarische Weihnachtstraditionen gibt es bei Huebner und seiner Lebensgefährtin Silvia Aigner also nicht: „Falls jemand noch Anregungen hat, ich bin für alles offen“, scherzt Huebner. Die Zubereitung übernimmt der leidenschaftliche Koch selbst: „Zum Handkuss komme zuhause beim Kochen ohnehin meistens ich.“

Am Tisch sitzen am Heiligen Abend noch Stefan Huebners Eltern. Viel Zeit zum Feiern bleibt dem Wirten in der Weihnachtszeit ohnehin nicht: „Da ist bei uns Hochbetrieb. Wir sind jeden Tag ausgebucht. Ferien gönnen wir uns erst nach dem Dreikönigstag.“

Auch bei der Purgstallerin Renate Schaufler, Haubenköchin im Gasthaus „Bärenwirt“ in Petzenkirchen, ist rund um Weihnachten und Silvester nicht viel Zeit zum Verschnaufen. Den Heiligen Abend genießt sie aber entspannt mit ihrer Familie – inklusive kulinarischer Schmankerln.

„Vor der Bescherung gibt es bei uns traditionell Canapés mit geräuchertem Lachs, Gänseleber mit Quittengelee und Beinschinken mit Kren, dazu ein Glas Rosésekt. Das gehört bei mir einfach dazu.“ Nach der Bescherung geht es mit Raclette weiter:

„Da kann ich ruhig alles vorbereiten und beim Essen mit am Tisch sitzen.“ Zum Sitzen kommt sie in den Tagen darauf dann nicht mehr viel. Dafür gibt es danach eine Belohnung: „Bis Silvester geht es in der Arbeit rund. Am 1. Jänner fahre ich jedes Jahr mit meinem Partner zum Neujahrskonzert der Tonkünstler nach St. Pölten. Da feiere ich auch meinen Geburtstag – den 31. Dezember – nach.“

Wenn unsere Köche zum Weihnachtsfest auch nicht viel Zeit zum Feiern und Kochen haben, eine Zutat ist im Weihnachtsmenü sicher nicht dabei: Stress.