Die Freude auf ersten Kaffee. Was wäre der Österreicher ohne seine Kaffeehäuser. Im Bezirk Scheibbs war der Run auf den ersten „servierten“ Kaffee und die ersten Eisbecher nach dem Corona-Lockdown groß.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 20. Mai 2020 (04:00)

„Einen Kaffee, bitte!“, diese Worte klingen für Gerhard Schnessl nach der Corona-Pause wie Musik. Seit Freitag hat er seine Cafe-Konditorei in Göstling wieder geöffnet. Es waren vor allem Stammkunden, die ihre gewonnene Freiheit gleich wieder für einen netten Kaffeeplausch nutzen, Desinfektionsspray und Mundschutz natürlich inklusive. „Ich bin einfach nur glücklich, dass wieder etwas Normalität einkehrt“, sagt Schnessl, der sich während der vergangenen Wochen mit seinem zweiten Standbein, der Pizzeria, über Wasser gehalten hat. „Wir haben auf Abholservice umgestellt und so in den letzten vier Wochen 1.000 Pizzas verkauft“, sagt er.

Schauplatzwechsel nach Wieselburg. Sonntagnachmittag bildet sich dank des schönen Wetters vor dem Eissalon Reschinsky eine lange Schlange. Allerdings nur rund die Hälfte der Kunden tragen eine Maske und die Abstandsregel wird auch nicht mehr so genau genommen. „Da sind wir machtlos. Wir können nur an die Eigenverantwortung der Kunden appellieren“, weiß Nicole Kerschner, die selbst so wie ihre Kolleginnen im Service und hinter der Eistheke natürlich mit Maske unterwegs ist.

Daniela Haubenberger serviert in der Konditorei Reschinsky in Wieselburg die ersten Eisbecher der Saison. Sehr zur Freude von Wilfriede und Regina Trampler. Die Maske sei zwar gewöhnungsbedürftig, aber beim Servieren besser als der Plexiglasschirm.
Christian Eplinger

Der Andrang auf den ersten Eisbecher und den ersten „servierten“ Kaffee an diesem schönen Sonntag ist groß. Schon am Freitag und Samstag kamen viele Stammgäste auf den ersten Kaffeehaus-Kaffee vorbei. Bei den Tischen werden auch die Abstands- und die Vier-Personenregel eingehalten. „Wir haben sowohl außen als auch im Innenbereich weniger Tische aufgestellt“, erklärt Kerschner, wobei Reservierungen im Kaffeehaus schwierig sind. „Wir leben natürlich sehr von der Laufkundschaft“, sagt Kerschner. „Ganz so gelöst wie normal an einem schönen Frühlingstag ist die Stimmung bei den Gästen noch nicht“, ergänzt ihre Kollegin Daniela Haubenberger.

Dennoch: Die Gäste genießen den zumeist ersten Kaffeehausbesuch nach der Coronapause. „Wir sind extra mit dem Rad rausgeradelt, um einen Reschinsky-Eisbecher zu genießen“, erzählt ein Ehepaar aus Wang. „Ich habe mich den ganzen Tag schon auf den Eisbecher gefreut“, sagt auch Regina Trampler aus Purgstall. „Wir genießen einfach wieder die Kaffeehausatmosphäre und dass sich wieder etwas rührt“, betonen Viktoria und Michael Riesenhuber aus Holzing.

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