Die "grüne Saat" soll wieder aufgehen

Christian Müller von den Grünen Purgstall wurde in den Landesausschuss gewählt. Chancen auf eine Bezirksgruppe steigen.

Erstellt am 08. Mai 2018 | 06:00
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Beim Landeskongress der Grünen Niederösterreich in Neunkirchen: die mit 87,5 Prozent der Stimmen wiedergewählte Landessprecherin der Grünen Helga Krismer (3. von links) mit den Purgstaller Delegierten Paul und Erika Teichmann, Christian Müller, Heidemarie Doppler und Elfriede Müller.
Foto: Die Grünen NÖ

Das Tauwetter zwischen den Grünen im Bezirk Scheibbs und der Landespartei zeigt Folgen: Beim Landeskongress der Grünen wurde Christian Müller von den Purgstaller Grünen mit 85 Prozent der Delegiertenstimmen in den NÖ Landesausschuss gewählt. „Es war ein gegenseitiges Abklopfen, das zur Vertrauensbildung beigetragen hat“, schildert der Purgstaller Grünen-Parteiobmann die Verhandlungen mit dem Landesausschuss.

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Auf den Zwist der Scheibbser Bezirksgrünen mit der Landesparteiführung 2012, insbesondere mit Landesgeschäftsführer Thomas Huber, waren Jahre des eisigen Schweigens gefolgt. Unter Hubers Nachfolger Hikmet Arslan gab es zunächst nur verbale Absichtserklärungen, wieder eine Zusammenarbeit aufnehmen zu wollen. Mit dem Aufbau der Bezirksstrukturen wolle man – so hieß es aus der Landeszentrale – bis nach den Gemeinderatswahlen 2015 warten.

Bezirksstrukturen aufzubauen wird jetzt das Hauptanliegen des neu gewählten Landesausschussmitglieds Christian Müller sein. „Es ist überfällig, dass die Bezirksarbeit wieder aufgenommen wird. Denn wenn nicht jetzt, wann dann? Die nächsten Gemeinderatswahlen 2020 rücken näher und wir müssen uns gut aufstellen.“

„Wir bringen uns in die Gemeindepolitik ein und fühlen uns ernst genommen und geschätzt.“ Christian Müller, Parteiobmann der Grünen Purgstall und Mitglied im Landesausschuss

Der Purgstaller Parteiobmann hofft, dass bis zu den Gemeinderatswahlen auch in anderen Gemeinden noch grüne Pflänzchen aus dem Boden schießen: „Das Potenzial ist da. Bei den jüngsten Landtagswahlen hatten wir niederösterreichweit die viertwenigsten Verluste – und das ohne offizielle Bezirksvertretung. Ich bin sicher, dass Grünen-Gruppen bei den Gemeinderatswahlen durchaus gute Chancen haben.“ Das neue, gute Einverständnis mit der Landesführung werde, so hoffen Müller und seine Parteikollegen, den Weg zur Gründung einer Bezirksorganisation ebnen: „Die alten Konflikte sind nicht mehr wichtig. Ich schaue nicht zurück, sondern nach vorn. Mir war es wichtig, eine gute Basis zum Reden zu finden“, betont Müller. Mit Erfolg: „Die Atmosphäre ist jetzt sehr entspannt. Es will ja keiner dem anderen etwas Böses.“

Nicht mehr in die Landespolitik einbringen werden sich die Scheibbser Grünen. „Wir wollen als unabhängige Grünen-Gruppe in Scheibbs arbeiten“, sagt deren Vorsitzender Raimund Holzer. „Die ureigensten grünen Themen sind uns weiterhin ein Anliegen.“

Grüne Gemeindearbeit sei heute wichtiger denn je

Grüne Gemeindearbeit sei, weiß Müller, heute wichtiger denn je: „Themen wie Umweltschutz oder Soziales geraten leicht ins Hintertreffen. Wir Grünen haben in der Gemeinde eine wichtige Kontrollfunktion und diese nehmen wir auch wahr.“ In den Ausschüssen hätten die Grünen als Minderheitenfraktion zwar kein Stimmrecht, wohl aber die Möglichkeit, sich einzubringen: „Wir fühlen uns ernst genommen und werden gehört. Wir haben das Gefühl, dass unsere Mitarbeit auch geschätzt wird. Verschiedene Meinungen sind für die Gemeindearbeit extrem wichtig.“

Die Oppositionsrechte auf Gemeindeebene stärken will Müller im Landesausschuss: „Die kleinen Fraktionen sollen noch bessere Möglichkeiten bekommen, ihre Arbeit im Gemeinderat zu machen.“