Die Musik spielt jetzt zuhause

Erstellt am 16. April 2020 | 03:23
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Foto: NOEN
Viele Konzerte sind verschoben oder abgesagt. Alle Wertungstermine samt Bezirksmusikfest nun ebenfalls.
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Wie es mit den Proben, den Veranstaltungen und Konzerten der Musikvereine in den nächsten Monaten aussieht, ist noch ungewiss. Klarheit gibt es allerdings über die Vorgehensweise betreffend der Bezirksveranstaltungen. Der Niederösterreichische Blasmusikverband hat sich dazu entschieden, alle Wertungstermine für das Jahr 2020 abzusagen – also keine Marschmusikwertung am 20. Juni in Oberndorf und keine Konzertmusikbewertung am 2. Oktober in Reinsberg. Die Vereine sollen die Zeit nutzen und sich auf ihre eigenen Veranstaltungen konzentrieren.

„Momentan ist es wichtig, dass wir Verantwortung übernehmen. Die Gesundheit geht vor. Ich finde die Entscheidung richtig und denke, dass es da auch keine Alternative gegeben hätte. Denn niemand weiß, ab wann Proben wieder möglich sind“, sagt der Bezirksobmann der BAG Scheibbs, August Prüller. Wie der NÖBV es in seinem Schreiben nennt, wird das Jahr 2020 in puncto Wertungen, Förderungen, Ehrenpreis und Dirigentennadeln „ausgeblendet“. „Natürlich fällt niemand um seine Förderung. Nächstes Jahr können die Vereine ganz normal darum ansuchen“, betont Prüller.

Und wie wirkt sich die monatelange (musikalische) Enthaltsamkeit auf die spielerische Leistung der Musiker aus? „Das liegt an jedem Einzelnen. Wenn wer fleißig probt und einen guten Ansatz hat, ist der gleich wieder drin. Bei vier bis fünf Monaten Pause dauert das dann schon ein bisserl länger“, meint der Bezirksobmann.

Musikverein Oberndorf verschiebt Jubiläumsfest

Für den Musikverein Oberndorf an der Melk ist die Absage der Marschmusikwertung naturgemäß schmerzhaft. „Wir wollten unser 150-jähriges Bestehen feiern. Bis Herbst wird sich das unwahrscheinlich ausgehen, daher werden wir das eher auf 2021 verschieben“, informiert Obmann Franz Sturmlehner.

Aber nicht nur die großen Feste sind abgesagt. So wie viele andere Vereine muss der Musikverein Lunz am See heuer etwa auf seine Generalversammlung, den „Mini-Day“ (Workshop), den Tag der Blasmusik (1. Mai), mehrere Frühschoppen, das traditionelle Jahreskonzert am Pfingstsonntag und natürlich auf alle kirchlichen Ausrückungen verzichten. „Unsere Eigenveranstaltungen werden wir so gut wie möglich verschieben. Ich gehe davon aus, dass wir unser Konzert – für das wir auch schon geprobt hatten – im Spätherbst oder in der Vorweihnachtszeit nachholen können“, berichtet Kapellmeister Gerold Huber.

Ganz ohne Musik geht es aber auch zuhause nicht. Huber nutzt die Zeit zur Vorbereitung für neue Stücke und versucht, so oft wie möglich – sehr zur Freude seiner Kinder – zu musizieren. Auch die Kapelle bleibt gefordert. „Ich habe ganz gezielt digital Noten und Hörproben zur Verfügung gestellt, um das Proben von zu Hause aus so leicht wie möglich zu machen. Aber das Gemeinsame ist natürlich schwierig“, sagt der Lunzer Kapellmeister.

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