Direktverkauf am Bauernmarkt: „Ersten Jahre waren zäh“. Wochen- und Bauernmärkte boomen im Bezirk. Die NÖN sprach darüber mit Resi Kirchleitner.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 29. August 2017 (05:00)
Eplinger
Resi Kirchleitner aus Randegg ist seit zehn Jahren Mitorganisatorin des Scheibbser Wochenmarktes und verkauft dabei auch ihre eigenen Produkte wie Käse, Bauernbrot, Mehlspeisen, und Freilandeier.

Der Purgstaller Bauernmarkt ist der alteingesessenste im Scheibbser Bezirk. Seit mittlerweile 23 Jahren verkaufen regionale Anbieter jeden Freitagnachmittag – mit Ausnahme von Sommer- und Winterpause – ihre Produkte in der Feichsenstraßenallee.

In den letzten Jahren kamen in der Region immer mehr Wochen- oder Bauernmärkte hinzu. Scheibbs, Gaming, Lunz, zuletzt Steinakirchen und nun auch Wieselburg rufen Markttage aus und wollen zum einen die regionalen Produzenten stärken und gleichzeitig die lokalen Zentren beleben.

Resi Kirchleitner ist Direktvermarkterin aus Randegg. Seit über 20 Jahren produziert sie ihren eigenen Käse. Als sie vor zehn Jahren diesen beim Randegger Gesundheitstag zum Verkauf anbot, wurden auch die Scheibbser auf sie aufmerksam. Und kurz nach der ersten Besprechung in der Bezirkshauptstadt stand auch schon fest:

Resi Kirchleitner übernimmt gemeinsam mit Berta Huber und der damaligen Vizebürgermeisterin Christine Dünwald die Organisation des Wochenmarktes in Scheibbs. Das war 2007. Am 4. Mai 2007 ging der erste Scheibbser Wochenmarkt über die Bühne. „Übrig geblieben bin ich – und natürlich die jetzige Frau Bürgermeisterin“, lächelt die stets gut gelaunte Resi Kirchleitner. „Ich kann auch schon mal aufdrehen, aber im Grunde bin ich ein g’miatlichs Leit’.“

Durchhalten und viele Kontakte knüpfen

Aufdrehen musste sie anfangs ein wenig in Scheibbs, damit die Sache ins Laufen kam. „Die ersten zwei Jahre waren zäh – vor allem über den Sommer. Aber wir haben durchgehalten, immer mehr Kontakte geknüpft und inzwischen haben wir 17 Stamm-Marktbeschicker und ein paar Zulieferer, deren Produkte mitverkauft werden“, schildert Resi Kirchleitner.

privat
Bevor es für das Purgstaller Bauernmarktteam am kommenden Freitagnachmittag (1. September, 14 bis 17 Uhr) nach der Sommerpause wieder losgeht, machte man einen gemeinsamen Ausflug auf die Burg Plankenstein, von links: Christina Jonathan und Hannes Hauer (vorne) sowie Anna Hintersteiner, Maria Höhlmüller, Manfred Hintersteiner, Engelbert Hager, Gertraud Sturmlechner, Gerhard und Maria Zulehner.

Jeden Freitagvormittag wird der Scheibbser Rathausplatz zum Marktplatz. Nur im Winter (vom Freitag vor dem Heiligen Abend bis zum ersten Freitag im März) ist der Laden dicht. Allen Unkenrufen bezüglich Parkplatzproblematik zum Trotz ist der Standort von Beginn weg unverändert geblieben. „Auch das ist auf meinem Dickschädl gewachsen. Hier passt der Markt einfach hin“, ist Kirchleitner überzeugt und erzählt stolz von den vielen Stammkundschaften, die der Scheibbser Wochenmarkt hat.

„Unser Einzugsgebiet geht von Ybbs bis nach St. Pölten oder Mariazell. Wir haben viele Stammkunden, die jeden Freitag kommen. Denn bei unserem Markt spielt auch die Gemütlichkeit eine Rolle. Wir haben mit der Fleischerei Schagerl und Cornelia Hormacher auch zwei Gastronomen dabei und können so auch ausschenken. Das werden Geburtstage oder andere Anlässe auch gerne mal gefeiert. Die Leute suchen das“, sagt Kirchleitner.

„Gibt genug Kunden , müssen sie überzeugen“

Dass es jetzt in Gaming, Steinakirchen oder ab kommendem Mittwoch auch in Wieselburg weitere zusätzliche Märkte gibt, ist für sie kein Problem. „Es gibt genug Kundschaften. Die müssen wir einfach alle gemeinsam überzeugen, dass sie bei uns gute und ehrliche Qualität kaufen können. Und wir müssen unser Angebot eben auch den Kundenwünschen anpassen.

Da ist auch eine gewisse Flexibilität der Direktvermarkter nötig“, betont Kirchleitner und freut sich schon wieder auf nächsten Freitag. Denn da findet der neunte Scheibbser Wochenmarkt-Kirtag statt, bei dem über 25 Marktbeschicker vor Ort sein werden. Dazu gibt es musikalische Unterhaltung, Kinderprogramm und ein Gewinnspiel.

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