Erlauf erinnerte an „braune Mistsuppe“. Gewässerverschmutzung | Zu starke Gülle-Düngung sorgte am Dienstag für Aufregung. Große und Kleine Erlauf verschmutzt. Bei der Bezirkshauptmannschaft Scheibbs gingen Anzeigen ein.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 27. Oktober 2014 (13:56)
NOEN, Karin Maria Heigl
Die Große Erlauf bei Wieselburg am Dienstagnachmittag. Die Verschmutzung war unterhalb des Zusammenflusses von Großer und Kleiner Erlauf im Bereich der Wehr hinunter bis zum Gymnasium am stärksten. Bezirkshauptmannschaft und Gewässeraufsicht gehen davon aus, dass gleich mehrere Landwirte am Vortag zu viel Gülle aufgebracht oder nicht fachgerecht eingearbeitet haben. Der starke Regen am Dienstag sorgte dann für entsprechende Abschwemmungen.
Vielerorts roch es in der Vorwoche nach „Landluft“. Viele Landwirte nutzten das schöne Wetter zur Gülleausbringung auf ihren Feldern. Immerhin sagte der Wetterbericht Regen für die kommenden Tage an.

„Nicht nur punktuelles, singuläres Ereignis“

Einige dürften dabei aber „übertrieben“ und entweder zu viel Gülle ausgebracht oder diese nicht fachgerecht eingearbeitet haben. Auf jeden Fall sorgte der starke Regen am Dienstag an mehreren Stellen für Abschwemmungen und für eine starke Verschmutzung von Großer und Kleiner Erlauf. „Bei uns gingen mehrere Anzeigen ein“, bestätigte Bezirkshauptmann-Stellvertreter Thomas Krenhuber gegenüber der NÖN.

„Unser Mitarbeiter der technischen Gewässeraufsicht geht diesen Fällen genau nach und überprüft jeden Einzelnen. Aber es ist in diesem Fall nicht nur ein punktuelles, singuläres Ereignis, sondern es dürften mehrere Landwirte für diese starke Verunreinigung verantwortlich gewesen sein. Damit ist das schwer nachzuweisen“, weiß Krenhuber.

Die Verschmutzung der Großen Erlauf begann im Bereich kurz oberhalb von Mühling, bei der Kleinen Erlauf gab es auch in Gresten unterhalb des Gasthauses Kummer schon Anzeigen.

Bei einer nachgewiesenen Verschmutzung droht dem Verursacher eine Verwaltungsstrafe nach dem Wasserrechtsgesetz von bis zu 14.530 Euro, bei ausgewiesener Sorglosigkeit kann der Strafrahmen sogar auf 36.340 Euro erhöht werden. „In den konkreten Fällen hat aber keine Umweltgefährdung bestanden“, weiß Krenhuber.

Keine toten Fische, Eier eventuell geschädigt

Die Bezirkshauptmannschaft hat auch mehre Wasserproben genommen. Auf die Ergebnisse wartet man noch. „Wieweit der Fischbestand geschädigt worden ist, können wir jetzt noch nicht sagen. Tote Fische haben wir keine gefunden, aber die Bachforellen haben teilweise sicher schon abgelaicht. Wie sehr die Eier darunter gelitten haben, hängt davon ab, was es für Substanzen waren“, weiß Gewässerwart Friedrich Rupf, Fischereiaufseher der Großen Erlauf.

Die Bezirkshauptmannschaft und die Landwirtschaftskammer weisen immer wieder auf die gesetzlichen Bestimmungen des „Aktionsprogramms Nitrat 2012“ hin.

„Es gibt genaue Vorschriften, die eigentlich jeder Landwirt einhalten muss. Wir können nur über diese Regelungen informieren und an die Landwirte appellieren, sich genau daran zu halten, damit so etwas nicht passiert“, zeigt auch Hans Hell, Kammersekretär der Bezirksbauernkammer Scheibbs, wenig Verständnis für solche Zwischenfälle.

Die letzte derartige Verschmutzung der Erlauf liegt schon zwölf Jahre zurück. Damals sorgte eine Unachtsamkeit eines Purgstaller Landwirtes dafür, dass rund 40 Kubikmeter Gülle in die Erlauf flossen.