Events: Strikte Kontrollen sind der Weg zum Ziel. Veranstalter und Kulturvereine sind motiviert und bemüht. Aber wenn die Regeln strenger werden, wird auf jeden Fall mit weniger Publikum gerechnet.

Von Anna Faltner und Christian Eplinger. Erstellt am 15. September 2021 (03:11)
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Genau kontrolliert und registriert wurde am Wochenende bei den Reinsberger Nächten auf der Burgarena. Christine Heigl (2. von rechts) und Katharina Wolmersdorfer (rechts) notierten sich Namen und Telefonnummern der Gäste.
Anna Faltner

Ein Auf und Ab bedeutet die Pandemie für Kulturveranstalter. Erst Anfang des Sommers wurden die Sicherheitsregeln gelockert, nun wird wieder verschärft. Die NÖN hat sich umgehört, welche Auswirkungen der Drei-Stufen-Plan für die Veranstaltungen hat.

Je strenger die Maßnahmen, umso geringer die Motivation, eine Veranstaltung zu besuchen. So sieht es etwa Ballonwirt Herbert Aigner. „Wir kontrollieren wirklich rigoros. Es gab schon einige, die deswegen storniert haben und nicht gekommen sind. Wir müssen kontrollieren.

Das sehen manche Gäste nicht so und lassen ihren Frust am Personal aus. Aber wir können ja nichts dafür“, meint Aigner. Mit der Gästeregistrierung und der Kontrolle des 3G-Nachweises habe er kein Problem. Das schlimmste Szenario wäre allerdings, wenn der Mundschutz im Innenbereich wieder zurückkommt. „Damit verliert man jede Feier.“

In eine ungewisse Zukunft blickt Messe-Direktor Werner Roher. Nach knapp 19-monatiger Messe-Pause in Wieselburg soll von 30. September bis 2. Oktober wieder die „Schule & Beruf“ über die Bühne gehen. „Ob sie tatsächlich stattfinden wird, hängt an einem seidenen Faden und den endgültigen Vorgaben der Regierung. Die liegen schriftlich noch nicht auf.

Sofern ein Messebesuch mit 3G-Regel und/oder Maskenpflicht möglich ist, werden wir die Messe veranstalten. Nähern wir uns der 2G-Regel, wird das bei dem Zielpublikum der ‚Schule & Beruf‘ fast ein Ding der Unmöglichkeit“, weiß Roher und blickt aktuell nicht recht optimistisch in die Zukunft. „Wir wollen wieder veranstalten und sind startklar, doch solange die Impfquote so niedrig ist, habe ich so meine Zweifel und Befürchtungen“, sagt Roher.

Der Kulturverein scheibbs.impuls.kultur rüstet sich mit allen Eventualitäten für den Herbst. Zwei Veranstaltungen werden zwar schon fix auf nächstes Jahr verschoben, auf den Theaterherbst im November möchte der Verein aber nicht mehr verzichten. „Wenn dann 1G oder 2G gilt, ist es so. Und auch, wenn nur 40 Leute drin sitzen. Wir wollen spielen“, sagt Hans Huber. Auch der Stummfilm am 1. Oktober wird gezeigt. „Wenn kein Lockdown kommt, wollen wir alles durchziehen.“

Der Musikverein Reinsberg hat sich am Wochenende mit den „Reinsberger Nächten“ an eine Großveranstaltung gewagt. Die Eintrittskontrollen, ganz nach dem vorgelegten Präventionskonzept, wurden strengstens eingehalten. „Die Leute, die gekommen sind, waren sehr kooperativ und haben die Maßnahmen sehr gut mitgetragen. Alle waren sehr diszipliniert“, lobt Musikvereinsobmann Johannes Wolmersdorfer. Jeder einzelne (der mehr als 1.000) Besucher wurde registriert und nur unter der Vorlage eines 3G-Nachweises sowie eines Lichtbildausweises eingelassen. „Das war zwar ein ziemlich großer Aufwand, aber alle haben da mitgezogen und dadurch ist es ein richtig schönes Fest geworden“, ist Wolmersdorfer zufrieden.

Nun hofft der Musikverein, dass die Maßnahmen auch ihren Zweck erfüllen und sich keine Corona-positiv getesteten Festbesucher melden. „Wir haben alles auf Punkt und Beistrich eingehalten. Mehr können wir nicht tun.“

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